Monsieur Santé

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Dr. rer. pol. Andreas Schiesser Enormes Sparpotential bei patentabgelaufenen Wirkstoffen

Ein Vergleich der wichtigsten 20 patentabgelaufenen Wirkstoffe im Vergleich zu den Referenzländern zeigt ein Einsparpotentail von 438 Mio. Franken auf. Der Auslandpreisvergleich (APV) von santésuisse zusammen mit interpharma hat klar aufgezeigt, dass die mit patenabgelaufenen Wirkstoffen vertriebenen Generika in der Schweiz im Durchschnitt rund doppelt so viel kosten wie im Durchschnitt bei den Vergleichsländern. Nimmt man …

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Fotolia_69052065_SEin Vergleich der wichtigsten 20 patentabgelaufenen Wirkstoffe im Vergleich zu den Referenzländern zeigt ein Einsparpotentail von 438 Mio. Franken auf.

Der Auslandpreisvergleich (APV) von santésuisse zusammen mit interpharma hat klar aufgezeigt, dass die mit patenabgelaufenen Wirkstoffen vertriebenen Generika in der Schweiz im Durchschnitt rund doppelt so viel kosten wie im Durchschnitt bei den Vergleichsländern. Nimmt man einzelne Beispiele und einzelne Länder so fällt der Vergleich oft noch dramatischer aus (siehe blog monsieur santé). Die selbe Packung von Pantoprazol Sandoz kostet in Holland Fr. 2.50, in der Schweiz Fr. 41.90. Wir sollten daher dem Beispiel der Holländer folgen und konsequent dafür sorgen, dass Medikamente auch kostengünstig sind.

Die Analyse der 20 wichtigsten Wirkstoffe zeigt, dass bei einer Anpassung auf den Durchschnitt der Referenzländer enorme Einsparungen möglich sind.

Rang Wichtigste patentabgelaufene Wirkstoffe Umsatz OKP 2014 in Mio. SFr. Durchschnitt Preise APV 2015 mögliche Einsparung in Mio SFr.
1 Pantoprazol  84.8 39%  51.8
2 Atorvastatin  72.2 51%  35.4
3 Quetiapin  53.7 30%  37.6
4 Escitalopram  49.7 39%  30.3
5 Esomeprazol  49.4 51%  24.2
6 Omeprazol  47.9 27%  35.1
7 Amlodipin  35.3 17%  29.3
8 Simvastatinum  30.6 19%  24.8
9 Olanzapin  29.9 42%  17.3
10 Clopidogrel  27.8 26%  20.7
11 Venlafaxin  26.2 33%  17.5
12 Amoxicillin + Clavulansäure  25.9 49%  13.2
13 Citalopram  24.0 22%  18.7
14 Torasemid  22.7 31%  15.7
15 Pravastatin  22.4 31%  15.6
16 Ibuprofen  21.8 44%  12.2
17 Candesartan  21.2 54%    9.7
18 Diclofenac  21.2 50%  10.6
19 Mirtazapin  21.1 32%  14.3
20 Candesartan + Hydrochlorothiazid  21.0 83%    3.6
  Total 20 wicht. Wirkstoffe 708.8 38% 437.6

Quelle: Tarifpool sasis hochgerechnet, Durchschnittspreise IMS Health

Die Preise in den Referenzländern liegen im Schnitt bei 38% des Schweizer Preises. Würde man die 20 umsatzstärksten Wirkstoffe auf den Durchschnitt der Referenzländer senken, könnten 438 Mio. Franken eingespart werden.

Die Tabelle zeigt die patentabgelaufenen Wirkstoffe, die in der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) die höchsten Kosten verursachen. Die Preise in den Referenzländern liegen im Schnitt bei 38% des Schweizer Preises. Auf Basis der Ausgaben 2014 haben wir das Einsparpotential berechnet und kommen so auf knapp 440 Mio. Franken.

Bedeuten politische Absichten auch eine konsequente Umsetzung?
Bundesrat Berset hat die Absicht in diesem Jahr ein Festbetragssystem in die Vernehmlassung zu geben. Es ist zu wünschen, dass die Behörden in Zukunft den gesetzlichen Rahmen vermehrt berücksichtigen. Artikel 43 Absatz 6 des KVGs verlangt: „Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird.“

Folgt man diesem Artikel, ergibt sich dadurch die Möglichkeit nur noch den tiefsten Preis eines Wirkstoffes zu vergüten. Es stellt sich die Frage warum das Bundesamt für Gesundheitswesen diesem Kostengünstigkeitsprinzip nicht konsequent folgt.

Die Frage ist auch wie lange die Prämienzahler warten müssen und so ständig zu viel bezahlen bis der gesetzliche Rahmen umgesetzt wird. santésuisse setzt sich für die Interessen der Prämienzahler ein und verlangt von den Behörden die konsequente Einhaltung des gesetzlichen Rahmens und eine rasche Umsetzung.

 

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