Monsieur Santé

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Gregor Patorski Was können Versicherte gegen unerwünschte Telefonwerbung tun?

Der Prämienherbst wird Jahr für Jahr von Telefonwerbung begleitet. Ein Teil dieser Anrufe ist unerwünscht und lästig. Was können Versicherte gegen solche Makleranrufe unternehmen? Was haben die Versicherer unternommen? Und was tut die Politik? Monsieur Santé gibt einen kurzen Überblick. Massnahmen für Versicherte Leider gibt es – wie an diesem Ort schon berichtet – immer …

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Der Prämienherbst wird Jahr für Jahr von Telefonwerbung begleitet. Ein Teil dieser Anrufe ist unerwünscht und lästig. Was können Versicherte gegen solche Makleranrufe unternehmen? Was haben die Versicherer unternommen? Und was tut die Politik? Monsieur Santé gibt einen kurzen Überblick.

Massnahmen für Versicherte

Leider gibt es – wie an diesem Ort schon berichtet – immer wieder aggressive Call Center-Anrufer, welche unter Vorgabe falscher Gründe, Versicherte in ein Gespräch verwickeln und mit Suggestivfragen einen Termin für einen Abschluss vereinbaren. Vier Tipps:

  • Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb UWG am 1. April 2012 schützt der Sterneintrag im Telefonbuch vor unerwünschten Werbeanrufen.
  • Mit dem Meldeformular Telefonwerbung können Versicherte unerwünschte Anrufe bei santésuisse melden. santésuisse prüft diese und ergreift Massnahmen gemäss Branchenvereinbarung.
  • Mit dem  Beschwerdeformular des seco können Verstösse gegen das UWG gemeldet werden.
  • Telefon einfach auflegen, ohne ins Gespräch einzusteigen.

Versicherer sind sich der Situation bewusst

Bereits 2012 und dann in einer verschärften Form 2016 haben die Krankenversicherer von santésuisse eine gemeinsame Branchenvereinbarung erarbeitet. 36 Kassen, die 4 Millionen Versicherte abdecken, sind der Branchenvereinbarung beigetreten. Sie beinhaltet folgende Punkte:

  • Qualitätsstandards für Vermittler: Keine unterdrückten Rufnummern, Nennung des Zwecks des Anrufs und der Namen von Anrufer und Auftraggeber, keine vorgeblichen Gesprächsbegründungen, keine sogenannte Kaltakquise (d.h. Kontaktaufnahme ohne zuvor bestehende Kundenbeziehung).
  • Meldeformular für Versicherte: Auf der Website von santésuisse wurde ein Meldeformular eingerichtet. Hier können Versicherte aggressive Makler direkt bei santésuisse melden. Darüberhinaus empfiehlt sich auch das Beschwerdeformular des seco gegen unlautere Geschäftspraktiken.
  • Deckelung der Maklerprovision: Die Provisionen für den Abschluss einer Grundversicherung darf 50 Franken nicht übersteigen.

Politischer Aktivismus von Links

Die Linke möchte, dass der Bundesrat die Kompetenz erhält, ins Beratergeschäft einzugreifen, um die Höhe der Provisionen festzulegen. So wird aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Branchenvereinbarung von santésuisse hat sich inzwischen bestens bewährt: Die Mitglieder, die sie unterzeichnet haben, halten sie ein. Daher befürwortet eine Mehrheit von santésuisse, dass der Bundesrat die Branchenvereinbarung für alle Versicherer verbindlich erklärt. Diese Verbindlicherklärung der Branchenvereinbarung fördert die Selbstregulierung, wie sie das KVAG ausdrücklich vorsieht. Analog wie in der Landwirtschaft (Beispiel Landesversorgungsgesetz Art. 6), wo immer wieder Branchenvereinbarungen für alle verbindlich erklärt wurden, soll der Bundesrat für die Versicherungswirtschaft die santésuisse Branchenvereinbarung für verbindlich erklären. So ist das Problem vom Tisch.

Monsieur Santé ist
Gregor Patorski

Ich arbeite als Denktanker & Wortwirker bei santésuisse im Bereich Web 1.0 & Web 2.0. 

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