Monsieur Santé

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Gregor Patorski Wohnort in der EU – Wo muss ich mich versichern? – Teil 1

„Wir – pensioniert – ziehen aus der Karibik nach Tiengen an der Schweizer Grenze. Wo müssen wir uns versichern?“ – „Meine Eltern ziehen von Frankreich nach Büsingen. Können Sie die französische Krankenversicherung behalten?“ – „Wir ziehen nach Deutschland, aber mein Mann arbeitet weiter in der Schweiz. Wie geht das mit der Krankenkasse?“ – In den …

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„Wir – pensioniert – ziehen aus der Karibik nach Tiengen an der Schweizer Grenze. Wo müssen wir uns versichern?“ – „Meine Eltern ziehen von Frankreich nach Büsingen. Können Sie die französische Krankenversicherung behalten?“ – „Wir ziehen nach Deutschland, aber mein Mann arbeitet weiter in der Schweiz. Wie geht das mit der Krankenkasse?“ – In den letzten Wochen erreichten Monsieur Santé diverse Fragen zur Versicherungspflicht in der Schweiz bei Wohnsitz in der EU. In einer Artikelserie gibt er jetzt Antworten.

Fall 1: Pensioniert im Ausland

Herr P.* schreibt: «Nach elf Jahren in der Karibik ziehen meine Frau, 67, und ich, 63, im Oktober nach Tiengen an der Schweizer Grenze. Wir beide sind Schweizer. Wir arbeiten beide nicht und meine Frau erhält bereits die AHV aus der Schweiz. Was macht für uns mehr Sinn, eine Krankenkasse in Deutschland oder in der Schweiz? Wie sieht das preislich aus?»

Aufgrund der bilateralen Verträge mit der EU gilt das Erwerbsortsprinzip. D.h. falls Ihre Frau ausschliesslich eine Rente aus der Schweiz bezieht (und keine Rente aus Deutschland), dann muss sie sich in der Regel bei einem Schweizer Krankenversicherer versichern lassen. Sie gelten als „nicht erwerbstätiger Familienangehöriger“ und müssen sich ebenfalls in der Regel bei einem Schweizer Krankenversicherer versichern lassen. Sollte die Rente Ihrer Frau nicht komplett aus der Schweiz kommen oder sollten sie eine Rente aus dem Ausland erhalten, muss der Fall individuell auf Basis des Gesetzes geprüft werden.

Allerdings gilt für gewisse EU-Länder – darunter auch Deutschland das sogenannte Optionsrecht. Das heisst innerhalb der ersten drei Monate nach Wohnsitznahme können Sie bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG einmalig und unwiderruflich die Befreiung von der Versicherungspflicht in der Schweiz beantragen. Sie müssen sich dann in Deutschland versichern.

Wo ist es günstiger?

Zur Prämienhöhe in der Schweiz finden Versicherte auf der Website der Gemeinsamen Einrichtung KVG alle relevanten Informationen. Die kostengünstigste Monatsprämie einer Schweizer Krankenversicherung in Deutschland beträgt hier gut 300 CHF. Die versicherten medizinischen Leistungen in der Grundversicherung sind bei allen Schweizer Versicherern gleich. Über allfällige mögliche Zusatzversicherungen informiert Sie gerne der gewählte Grundversicherer. Wenn Sie sich in der Schweiz versichern, haben Sie das Behandlungswahlrecht. Das heisst, Sie können sich wahlweise im Wohnstaat oder in der Schweiz medizinisch behandeln lassen, was bei einem grenznahen Ort wie Tiengen allenfalls noch Sinn machen könnte.

In Deutschland wird die Prämienhöhe einkommensabhängig berechnet. Im Schnitt müssten Sie in Baden-Württemberg 15.7 % ihrer Rente als Prämie bezahlen. Bei einer AHV-Durchschnittsrente von 2000 CHF liegt die Prämienhöhe mit knapp 320 CHF in gleichem Rahmen wie in der Schweiz.

Detailliertere Informationen und Auskünfte erhalten Versicherte auf der Website der Gemeinsamen Einrichtung KVG.

Mehr Informationen

Auskünfte dazu kann Ihnen die auf diese Fälle spezialisierte Gemeinsame Einrichtung KVG geben:

  • Telefon: +41 (0)32 625 30 30
  • Montag bis Donnerstag: 08:00 – 12:00 Uhr und 13:30 – 17:00 Uhr
  • Freitag: 08:00 – 12:00 Uhr und 13:30 – 16:00 Uhr
Monsieur Santé ist
Gregor Patorski

Ich arbeite als Denktanker & Wortwirker bei santésuisse im Bereich Web 1.0 & Web 2.0. 

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