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Sandra Kobelt Lieber Reflexion statt Reflex: Einheitskasse löst keine Probleme

Die Umfrage des Meinungsforschungsinstitut M.I.S. im Auftrag von Le Temps (10.5.2017) zeigt, dass sich die Bevölkerung zunehmend über die steigenden Gesundheitskosten ärgert. Eine Anhängerschaft bringt die Idee einer Einheitskrankenkasse wieder aufs Tapet. Erst vor drei Jahren hat das Schweizer Stimmvolk zum dritten Mal die gleiche Vorlage abgelehnt. Wir empfehlen Reflexion statt Reflex. Staatsmedizin ist keine …

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Kostenblöcke im Gesundheitswesen 2015

Die Umfrage des Meinungsforschungsinstitut M.I.S. im Auftrag von Le Temps (10.5.2017) zeigt, dass sich die Bevölkerung zunehmend über die steigenden Gesundheitskosten ärgert. Eine Anhängerschaft bringt die Idee einer Einheitskrankenkasse wieder aufs Tapet. Erst vor drei Jahren hat das Schweizer Stimmvolk zum dritten Mal die gleiche Vorlage abgelehnt. Wir empfehlen Reflexion statt Reflex.

Staatsmedizin ist keine Lösung: der Staat arbeitet weniger effizient und er ist weniger innovativ als die privaten Krankenversicherer im Wettbewerb. Das bedeutet verlangsamte Innovationen und höhere Verwaltungskosten. Die Folgen sind Einschränkungen zu Lasten der Versicherten, die keine Wahl mehr haben. Wer es sich leisten kann, wird in die Privatversicherungen flüchten, was zunehmende Zweiklassenmedizin bedeutet.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz heute gut da. Die Qualität der Leistungen ist hoch. Dies zeigt sich bei den traditionellen Indikatoren für den Gesundheitszustand der Bevölkerung, wie zum Beispiel der Lebenserwartung bei der Geburt. Die allgemeine Versicherungspflicht erlaubt allen Einwohnern Zugang zu einem umfangreichen Leistungskatalog; Patienten können den Arzt ihres Vertrauens frei wählen und sich in einem Listenspital ihrer Wahl behandeln lassen. Versicherte wählen ihre Krankenversicherung.

Hohe Kundenzufriedenheit

Umfragen zeigen seit Jahren, dass die Versicherten mit ihrer Krankenkasse zufrieden sind. Das nicht ohne Grund: Krankenversicherer kümmern sich um ihre Versicherten. Sie bieten unterschiedliche Versicherungsprodukte an, sie beraten bei medizinischen Belangen, sie ziehen die Prämien ein. Die rund 10‘000 Angestellten der Krankenversicherer arbeiten mit Herzblut für ein soziales Gesundheitswesen, das für alle zugänglich ist und auf freiheitlich-liberalen Grundsätzen beruht.

Bei Gesundheitskosten ansetzen

Um die Prämienbelastung zu stabilisieren, müssen wir bei den Gesundheitskosten ansetzen. Steigen die Gesundheitskosten, steigen auch die Krankenversicherungsprämien. 95 Prozent der Kosten der Krankenversicherung verursacht die Leistungserbringung wie die Spitäler, Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten etc. Nur 5 Prozent sind Verwaltungskosten der Krankenversicherer. Eine zukunftsfähige Reform muss also mit den Krankenversicherern angegangen werden, und nicht gegen sie. Die Krankenversicherer wissen, woher das Geld kommt und wohin es fliesst, sie sind die Spezialisten in Sachen Finanzierung und Kostenstrukturen. Dringliche Reformvorhaben sind u.a. die einheitliche Finanzierung der Spital- und ambulanten Behandlungen, die Revision des Arzttarifs Tarmed und die jährliche Anpassung der Medikamentenpreise nach unten.

Madame Santé ist
Sandra Kobelt

Ich bin Leiterin der Abteilung Politik und Kommunikation bei santésuisse.