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Jean-Paul Brönnimann Kinderprämien 2017: Eltern werden zur Kasse gebeten – was sind die Gründe?

Bundesrat Berset hat es angekündigt: Die Prämien für Kinder steigen 2017 durchschnittlich um 6.6%. Das ist mehr als der prozentuale Anstieg der Prämien der Erwachsenen. Warum? Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) liegt der Grund darin, dass seit 2013 die Prämieneinnahmen für Kinder die Kosten der medizinischen Behandlung nicht mehr zu decken vermochten. Mit dieser prozentual …

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Bundesrat Berset hat es angekündigt: Die Prämien für Kinder steigen 2017 durchschnittlich um 6.6%. Das ist mehr als der prozentuale Anstieg der Prämien der Erwachsenen. Warum?

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) liegt der Grund darin, dass seit 2013 die Prämieneinnahmen für Kinder die Kosten der medizinischen Behandlung nicht mehr zu decken vermochten. Mit dieser prozentual starken Erhöhung wird eine Annäherung der Prämieneinnahmen an die anfallenden Kosten in dieser Altersgruppe erreicht. Doch schon jetzt ist klar: Auch 2018 werden die Kinderprämien im Vergleich zu den Erwachsenenprämien prozentual stärker steigen, weil die Prämienerhöhung per 1. Januar 2017 das angepeilte Ziel eines angemessenen Gleichgewichts zwischen Prämieneinnahmen und den Leistungen laut BAG nicht erreichen wird.

Gesetzliche Grundlage für das Festsetzen der Kinderprämien
Das KVG verpflichtet die Versicherer für Versicherte bis zum vollendeten 18. Altersjahr eine tiefere Prämie als für Erwachsene festzusetzen (Art. 61 Abs. 3 KVG). Wie hoch diese bzw. der Rabatt auf die Erwachsenenprämie sein soll, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Der Bundesrat kann die Ermässigung jedoch festlegen.

Weshalb steigen die Kinderprämien in diesem Ausmass?
Die Berechnung der Prämien für das Folgejahr erfolgt aufgrund einer Schätzung der zu erwartenden Gesundheitskosten. Hauptsächlich kostentreibend wirken – bei Kindern und Erwachsenen ebenso – Faktoren wie der medizinisch-technische Fortschritt, längere und kostenintensivere  Behandlungen, die Verlagerung der stationären auf die ambulante Behandlung, der erhöhte Anspruch an teuren Leistungen sowie die abnehmende Eigenverantwortung. Während von 2005 bis 2015 die Leistungskosten über alle Altersgruppen um 34 Prozent pro Kopf gestiegen sind, nahmen sie bei den Kindern um 44 Prozent zu.

Da auch die Kinderprämien den Kosten folgen, führt das stärkere Kostenwachstum dazu, dass der Preisunterschied zwischen den Prämien für Erwachsene und Kinder je länger je mehr abnimmt.

Zudem müssen etliche Krankenkassen ihre Reserven, als Folge der abnehmenden Kapitalanlageerträge wieder aufbauen. Das wird auf die Prämien überwälzt.  Diese Faktoren erklären den überdurchschnittlichen Anstieg der Krankenkassenprämien für Kinder.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen, betreue ich auch den elektronischen Auskunftsschalter von Monsieur Santé als Social Media Koordinator.

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