Monsieur Santé

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Jean-Paul Brönnimann Leistungserbringer der Krankenversicherung unter der Lupe – Physiotherapeuten (1)

Das Gesundheitswesen kennt viele Akteure: Ärzte, Chiropraktoren, Hebammen, nichtärztliche Fachpersonen, Apotheker und viele andere mehr. Im Rahmen einer losen Artikel-Serie stellt Monsieur Santé diejenigen vor, deren Leistungen von den Krankenkassen vergütet werden. Der erste Artikel ist den Physiotherapeuten gewidmet. Physiotherapie ist eine Heilmethode, die erstmals bei der Revision des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes (KUVG) im Jahre 1964/65 …

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Das Gesundheitswesen kennt viele Akteure: Ärzte, Chiropraktoren, Hebammen, nichtärztliche Fachpersonen, Apotheker und viele andere mehr. Im Rahmen einer losen Artikel-Serie stellt Monsieur Santé diejenigen vor, deren Leistungen von den Krankenkassen vergütet werden. Der erste Artikel ist den Physiotherapeuten gewidmet.

Physiotherapie ist eine Heilmethode, die erstmals bei der Revision des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes (KUVG) im Jahre 1964/65 in den Pflichtleistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wurde. Damals wurden die Physiotherapeuten den medizinischen Hilfspersonen zugeordnet. Heute ist die Physiotherapie als selbstständige Therapiedisziplin ein wichtiger, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Gesundheitswesens.

Physiotherapie im KVG 
Die Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen gehören derjenigen Leistungserbringer-Gruppe an, die das Krankenversicherungsgesetz als Personen beschreibt, die (nur) auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder einer Ärztin bzw. eines Chiropraktors oder einer Chiropraktorin Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) erbringen können. Letzteres nur unter der Voraussetzung, dass sie die gesetzlichen Zulassungsbedingungen erfüllen. Insbesondere haben sie nachzuweisen, dass sie über ein anerkanntes Diplom sowie mindestens über eine zweijährige praktische Tätigkeit unter der Leitung eines zugelassenen Physiotherapeuten verfügen (Art. 47 KVV). In  der Wahl der Behandlungsmethode sind die Physiotherapeuten grundsätzlich frei, solange sie sich im Rahmen der ärztlichen Verordnung bewegen und die Leistungen die Aspekte der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllen (Art. 32 KVG).

Leistungsumfang gemäss KVG
Der Leistungsumfang der Physiotherapie ist im Art. 5 KLV abschliessend aufgeführt. Die Krankheiten des muskuloskelettalen oder neurologischen Systems oder der Systeme der inneren Organe und Gefässe – soweit diese der Physiotherapie zugänglich sind – bilden den gesetzlichen Rahmen der physiotherapeutischen Behandlungen zulasten der OKP. Die Leistungen werden unterteilt in:

  • Massnahmen der physiotherapeutischen Untersuchung und der Abklärung;
  • Massnahmen der Behandlung, Beratung und Instruktion, wie beispielsweise aktive und passive Bewegungstherapie, manuelle Therapie, lymphologische Physiotherapie usw.
  • Physikalische Massnahmen, wie Wärme- und Kältetherapie, Elektrotherapie, Hydrotherapie usw.

Diese können in Einzel- oder Gruppentherapien durchgeführt werden.

Was übernehmen die Krankenkassen?
Die Krankenkassen übernehmen je ärztliche Anordnung die Kosten von höchstens neun Sitzungen, wobei die erste Behandlung innert fünf Wochen seit der ärztlichen Anordnung durchgeführt werden muss. Für die Übernahme von weiteren Sitzungen ist eine neue ärztliche Anordnung erforderlich. Dauert die Behandlung gar länger als 36 Sitzungen, braucht es für die weitere Kostenübernahme einen begründeten Vorschlag des behandelnden Arztes an den vertrauensärztlichen Dienst der zuständigen Krankenkasse. Dieser überprüft den Vorschlag und gibt eine Empfehlung ab. Gestützt darauf, entscheidet die Krankenkasse über den Umfang und die Zeitdauer der weiteren Behandlungen, die zulasten der OKP abgerechnet werden können, oder sie lehnt eine weitere Kostenübernahme ab.

Was kostet eine Sitzungspauschale?
Eine Sitzungspauschale für allgemeine Physiotherapie (z.B. Bewegungstherapie, Massage, Elektro- und Thermotherapie) kostet, je nach Kanton und Vertragszugehörigkeit des Physiotherapeuten, zwischen 44 und 53 Franken. Aufwendige Bewegungstherapie wird pro Sitzung mit 70 bis maximal 85 Franken vergütet. Letzteres beispielsweise bei der Behandlung von mehrfach-verletzten Patienten oder Patienten mit schweren funktionellen Störungen.

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Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen, betreue ich auch den elektronischen Auskunftsschalter von Monsieur Santé als Social Media Koordinator.

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