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Jean-Paul Brönnimann Generika: Patienten werden in der Schweiz über den Tisch gezogen!

Generika sind gemäss Preisüberwacher in der Schweiz mehr als doppelt so teuer wie in den europäischen Nachbarstaaten. Der Marktanteil ist  im Vergleich zu den patentgeschützten Präparaten gering. Die Kombination dieser Eigenschaften führt zu überflüssigen Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Das darf nicht sein. Generika sind wirkstoffgleiche Kopien von Orginialpräparaten, deren Patent abgelaufen ist. Man nennt sie auch Nachahmerpräparate oder …

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Generika sind gemäss Preisüberwacher in der Schweiz mehr als doppelt so teuer wie in den europäischen Nachbarstaaten. Der Marktanteil ist  im Vergleich zu den patentgeschützten Präparaten gering. Die Kombination dieser Eigenschaften führt zu überflüssigen Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Das darf nicht sein.

Generika sind wirkstoffgleiche Kopien von Orginialpräparaten, deren Patent abgelaufen ist. Man nennt sie auch Nachahmerpräparate oder Nachfolgepräparate. Sie erzielen die gleiche Wirkung und sind qualitativ ebenbürtig. Aufgrund der – im Vergleich zu den patentgeschützten Originalpräparaten – fehlenden Forschungs- sowie geringen Entwicklungskosten sollten die Preise der Generika deutlich tiefer sein. Mit Ausnahme der Schweiz trifft dies auch zu.

Überhöhte Preise in der Schweiz
Bereits vor zwei Jahren stellte die Preisüberwachung fest, dass die Generikapreise in der Schweiz vergleichsweise stark überhöht sind. Im aktuell publizierten Bericht beanstandet der Preisüberwacher, dass der Preis sogar 59% höher ist als das gleiche Produkt im europäischen Ausland eines Vergleichslandes. Zudem beträgt der Marktanteil der Generika in der Schweiz im Vergleich zu den Originalpräparaten knapp 20%. Ganz anders in Holland. In diesem nördlichen Nachbarland beträgt der Marktanteil der kassenpflichtigen Generika ganze 55%.

Festpreis für den Wirkstoff verspricht hohe Einsparungen
Stark überhöhte Generikapreise verbunden mit dem geringen Marktanteil ergeben unnötige Mehrkosten von 400 Millionen Franken, die aktuell von der sozialen Krankenversicherung finanziert werden. In Anbetracht dieser Tatsache schlägt der Preisüberwacher einen Systemwechsel vor, der in erster Linie auf den Wirkstoffpreis abzielt. Damit die Generikapreise in der Schweiz nachhaltig günstiger werden, braucht es neue Preisfestsetzungsregeln, die vom Bund vorgeschrieben sind. Dabei soll der Preis für ein patentabgelaufenes Arzneimittelpräparat neu nach dem Wirkstoff, der im Medikament enthalten ist, mittels Ausschreibeverfahren festgelegt werden. Der Festbetrag soll sich nach dem günstigsten Angebot richten. Der auf diese Weise ermittelte und festgelegte Preis für den Wirkstoff des Präparats soll von der Grundversicherung erstattet werden. Patienten, die ein anderes Arzneimittelpräparat mit demselben Wirkstoff wünschen, dessen Preis über dem ermittelten Festpreis liegt, sollen gemäss neuem Vergütungsmodel die Differenz selber bezahlen, sofern nicht der Arzt das teurere Präparat explizit aus medizinischen Gründen verschreibt.

santésuisse unterstützt den Vorschlag des Preisüberwachers
Anstelle des Arzneimittels verschreibt der Arzt neu den Wirkstoff und nicht mehr das Arzneimittelpräparat. Dieser rasch realisierbare Systemwechsel verspricht hohe Einsparungen und erhöht zudem die Attraktivität von Generika. Dänemark und die meisten europäischen Ländern wenden das System der Festpreise bereits seit Jahren erfolgreich an. santésuisse erwartet daher vom BAG, dass es die notwendigen, gesetzlichen Rahmenbedingungen zügig realisiert und sich dabei an den Ländern orientiert, die dieses System erfolgreich anwenden.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.