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Jean-Paul Brönnimann Spitalbeitrag – Was ist das?

Dass das schweizerische Krankenversicherungssystem eine Kostenbeteiligung des Versicherten in Form einer Franchise und eines Selbstbehaltes an die von ihm verursachten Behandlungskosten vorsieht, ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Versicherten bei einem Spitalaufenthalt zusätzlich noch einen «Spitalbeitrag» leisten müssen. Der sogenannte «Spitalbeitrag» betrug anfänglich 10 Franken pro Tag und galt nur für alleinstehende Personen. …

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Bright lights at the end the hospital corridor. The concept of l

Dass das schweizerische Krankenversicherungssystem eine Kostenbeteiligung des Versicherten in Form einer Franchise und eines Selbstbehaltes an die von ihm verursachten Behandlungskosten vorsieht, ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Versicherten bei einem Spitalaufenthalt zusätzlich noch einen «Spitalbeitrag» leisten müssen.

Der sogenannte «Spitalbeitrag» betrug anfänglich 10 Franken pro Tag und galt nur für alleinstehende Personen. 2011 wurde der Spitalbeitrag auf 15 Franken pro Tag angehoben, bei gleichzeitiger Ausweitung des Kreises der beitragspflichtigen Personen.

Wieso ein Spitalbeitrag?
Nach dem geltenden Krankenversicherungsgesetz übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten der Untersuchungen und Behandlungen, die stationär in einem Spital durchgeführt werden sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Diese Leistungen unterstehen der Kostenbeteiligungspflicht. Mit anderen Worten, jede versicherte Person beteiligt sich an den Kosten in Form einer ordentlichen (gilt nur für Erwachsene) oder frei gewählten Franchise und eines Selbstbehaltes. Zusätzlich müssen die Versicherten täglich 15 Franken an die Kosten des Aufenthaltes im Spital leisten. Begründet wird letzteres damit, dass die Versicherten bei einem Spitalaufenthalt Lebenshaltungskosten einsparen können, die während dieser Zeit zu Hause auch angefallen wären.

Heutige Regelung
Die heutige Regelung basiert auf Art. 64 Abs. 5 KVG in Verbindung mit Art. 104 KVV:

Der tägliche Beitrag an die Kosten des Aufenthaltes im Spital beträgt 15 Franken. Von der Entrichtung befreit sind:

Der Beitrag an die Kosten des Spitalaufenthaltes ist zeitlich nicht limitiert.

Spezialfall Lebend-Organspender
Gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. b des Transplantationsgesetzes übernimmt der Versicherer – der ohne Lebendspende die Kosten für die Behandlung der Krankheit der Empfängerin oder des Empfängers zu tragen hätte – den Erwerbsausfall oder anderen Aufwand, welcher der spendenden Person im Zusammenhang mit der Entnahme entsteht.

Aufgrund der Änderungen des Art. 104 KVV im Jahre 2011 ist die Frage aufgetaucht, ob für den Spitalaufenthalt des Lebendspenders zur Organentnahme auch ein Spitalbeitrag zu entrichten sei. Dies hätte zur Folge gehabt, dass der Empfänger für den doppelten Spitalbeitrag hätte aufkommen müssen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat damals gegenüber dem Schweizerischen Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer (SVK) die Ansicht vertreten, dass lediglich der Empfänger des Organs einen Spitalbeitrag zu entrichten habe, nicht aber der Lebendspender.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
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