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Silvia Schütz Die Top Ten der Fallpauschalen, die am meisten Kosten verursachen

Top TeN SwiSSDRG: Anzahl Fälle | Create infographics Mit gut 23 Prozent bilden die Spitäler stationär den grössten Kostenblock im OKP-Kuchen von 28,6 Milliarden (inkl. Selbstbehalt und Franchise). Die interessante Frage ist: Welche Eingriffe verursachen am meisten Kosten? Und welche Leistungen werden am häufigsten erbracht? Dank der Einführung der neuen Spitalfinanzierung und den Fallpauschalen lässt sich …

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Mit gut 23 Prozent bilden die Spitäler stationär den grössten Kostenblock im OKP-Kuchen von 28,6 Milliarden (inkl. Selbstbehalt und Franchise). Die interessante Frage ist: Welche Eingriffe verursachen am meisten Kosten? Und welche Leistungen werden am häufigsten erbracht? Dank der Einführung der neuen Spitalfinanzierung und den Fallpauschalen lässt sich dies neu feststellen.

Die Hitliste Top Ten der SwissDRG-Behandlungen aufgrund der Bruttokosten (Tabelle unten) zeigt, dass „die Revision oder der Ersatz des Hüftgelenks ohne komplizierende Diagnose“ auf Rang eins liegt. Berücksichtigt ist der Zeitraum vom 1. Januar bis 30. April 2015 und die Kosten, die in der Grundversicherung (OKP) angefallen sind. Am zweitmeisten Umsatz generiert die „Implantation einer Endoprothese am Kniegelenk ohne äussert schwere Komplikationen“ – konkret ist damit der Einsatz eines künstliches Kniegelenkes gemeint. Auch die Geburten tragen ihren Teil zu den Kosten bei: Der dritthöchste Umsatz entfällt auf die „vaginale Entbindung ohne Komplikationen“. Unmittelbar danach reihen sich auf Rang vier die „Kaiserschnitte ohne Komplikationen ein“. Ebenfalls auf die Liste der Top Ten geschafft haben es Eingriffe an der Wirbelsäule und an gewissen Verdauungsorganen sowie Neugeborene, bei denen keine schwere Probleme auftreten („Neugeborener Einling“). Weitere Behandlungen auf der Umsatzhitliste betreffen Eingriffe am Herzen – konkret Implantate für Herzklappen – und die Entfernung der Gallenblase. Die genauen SwissDRG-Codes für den jeweiligen Eingriff sind in der Tabelle oben aufgeführt: O60D beispielsweise steht für die vaginale Entbindung ohne Komplikationen. Die Top Ten SwissDRGs nach Bruttoleistungen stellen 14 Prozent aller abgerechneten Leistungen im DRG-Bereich dar. Ausserdem gehen 19 Prozent aller abgerechneten DRGs auf die zehn am häufigsten abgerechneten DRGs zurück. Die SwissDRG-Codes und die genaue Beschreibung der Behandlung pro Code sind online einsehbar.

Geburten sind die häufigsten Ereignisse im Spital stationär
Die Höhe des Umsatzes sagt noch nichts über die Anzahl der Eingriffe oder Geschehnisse aus, die sich hinter einem Code verbergen. Werfen wir einen Blick auf die Häufigkeit der Eingriffe (Tabelle oben): Hier führen Neugeborene, bei denen keine schwere Probleme auftreten,  mit 19503  die Liste an. Da Spitäler für jedes neugeborene Kind einen Betrag verrechnen dürfen, gibt diese Zahl ziemlich genau Auskunft über die Anzahl von Geburten. Auch hier gilt der Zeitraum 1. Januar 2015 bis Ende April. Von den 19503 Neugeborenen kamen 10869 ohne komplizierende Diagnose vaginal auf die Welt (Rang zwei der am häufigsten verwendet DRGs) und 5069 mit dem Kaiserschnitt ohne komplizierende Diagnose. Dass die vaginalen Geburten und die Kaiserschnitte zusammengezählt nicht ganz auf die Anzahl an  Säuglingen kommen, liegt daran, dass es auch vaginale Geburten und Kaiserschnitte mit komplizierender Diagnose oder anderen Besonderheiten gibt. Bei den am häufigsten abgerechneten DRGs liegen die vaginalen Entbindungen  mit Komplikationen mit einer Anzahl von 3439 auf dem zehnten Platz.

Hüftgelenke kosten am meisten
Interessant ist ausserdem, dass der Eingriff, der am meisten Kosten verursacht – Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes – bei der Häufigkeit der Anwendung nicht an vorderster Stelle liegt. Der logische Schluss, dass er demnach teurer ist als die anderen Eingriffe, stimmt. Die Hüftgelenke kosten im Durchschnitt 8060 Franken, die vaginalen Geburten 2647 Franken und die Kaiserschnitte 3954 Franken. Achtung: Bei diesen Zahlen handelt es sich um einen Durchschnittswert. Da der Grundtarif – der Preis zu dem eine Behandlung abgerechnet wird –  sich von Spital zu Spital unterscheidet, variieren auch die Kosten für Eingriffe. Zusätzlich kommen zu diesen Geburtskosten pro Säugling, der ohne Zwillingsbruder oder weitere Geschwister auf die Welt gekommen ist, kommen nochmals 955 Franken dazu. Alle Zahlen beziehen sich auf die Grundversicherung (OKP).

Madame Santé ist
Silvia Schütz

Ich bin Projektleiterin Kommunikation bei santésuisse für die Deutschschweiz.

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