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Jean-Paul Brönnimann Sportler und Sportlerinnen, worauf müsst ihr achten? – Teil 1: Geographische Faktoren

Sportler oder Kinder, die Sport treiben, sind nicht gefeit vor Krankheit und (Freizeit-) Unfällen. Lebensmittelvergiftungen, Knochenhautentzündungen, Bänderrisse oder gar Knochenbrüche sind Ereignisse, die sowohl den Spitzen-, als auch den Amateur- oder den Gelegenheitssportler im In- oder Ausland jederzeit treffen können. Im Rahmen einer mehrteiligen Beitragsserie beleuchtet Monsieur Santé die wichtigsten Punkte, die von sportlich tätigen Personen oder von Eltern von …

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Fitness und Sport

Sportler oder Kinder, die Sport treiben, sind nicht gefeit vor Krankheit und (Freizeit-) Unfällen. Lebensmittelvergiftungen, Knochenhautentzündungen, Bänderrisse oder gar Knochenbrüche sind Ereignisse, die sowohl den Spitzen-, als auch den Amateur- oder den Gelegenheitssportler im In- oder Ausland jederzeit treffen können. Im Rahmen einer mehrteiligen Beitragsserie beleuchtet Monsieur Santé die wichtigsten Punkte, die von sportlich tätigen Personen oder von Eltern von Kindern in Sportvereinen speziell zu beachten sind.

Die Versicherungsleistungen bei Unfall oder Krankheit richten sich in der Schweiz nach den jeweils gültigen Gesetzen. Je nach Versicherungsdeckung und Ort des „Schadenereignisses“ ergeben sich unterschiedliche Versicherungsleistungen. Bei Unfällen richten sich die Versicherungsleistungen nach dem Unfallversicherungsgesetz (UVG) und bei Krankheiten nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG).

Unfalldeckung via Krankenversicherung
Soweit keine Unfallversicherung für die Leistungen aufkommt, gewährt die Krankenversicherung Leistungen bei Unfall. Bei Kindern beispielsweise, ist das Unfallrisiko in der Regel über die Krankenversicherung abgedeckt.

Wichtig zu wissen: Sofern die Krankenversicherung bei einem Unfall-Leistungen gewährt gelten die Bestimmungen des KVG und nicht des UVG.

Unterschiede Krankenversicherung – Unfallversicherung   
Unfallversicherte nach KVG müssen sich grundsätzlich an die Kosten der für sie erbrachten Leistungen in Form eines festen Jahresbetrages (Franchise) und eines Selbstbehaltes beteiligen. Unfallversicherte nach UVG zahlen keine Kostenbeteiligung. Ausserdem gewährt die Unfallversicherung zusätzlich – je nach Schwere des Falles – Taggelder, Invalidenrenten, Integritätsentschädigungen und Hinterlassenenrenten.

Lokaler Vorfall (Krankheit / Unfall)
Die Versicherten können im Krankheitsfall (oder Unfall nach KVG) für die ambulante Behandlung unter den zugelassenen Leistungserbringern, die für ihre Behandlung geeignet sind frei wählen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nach dem Tarif, der am Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder in deren Umgebung gilt (Art. 41 Abs. 1 KVG).

Bei einem stationären Spitalaufenthalt übernimmt die Krankenkasse die Behandlung und den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung, sofern das Spital auf der Liste des Wohnkantons oder jener des Standortkantons der versicherten Person aufgeführt ist. Für die versicherte Person entstehen keine Zusatzkosten.

Bei einem Unfall nach UVG hat der oder die Versicherte Anspruch auf eine zweckmässige ambulante und stationäre Behandlung der Unfallfolgen und kann unter den Leistungserbringern frei wählen (Art. 10 Abs. 2 UVG).

Ausserkantonaler Vorfall (Krankheit / Unfall)
Im Gegensatz zu den lokalen Vorfällen können im Bereich der Kranken- und Unfallversicherung nach KVG Zusatzkosten entstehen, wenn die Behandlungstarife ausserkantonal höher sind als die am Wohn- oder Arbeitsort oder in deren Umgebung geltenden Tarife. Dies ist insbesondere bei stationären Behandlungen zu beachten. Im UVG-Bereich haben Versicherte Anspruch auf Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung einer Heilanstalt, mit der ein Zusammenarbeits- und Tarifvertrag abgeschlossen wurde (Art. 15 Abs. 1 UVV).

Wichtig zu wissen: Bei einem Notfallereignis übernimmt die für Krankheit und Unfall zuständige Krankenkasse auch die allenfalls höheren Tarife des ausserkantonalen Leistungserbringers.

Vorfall im Ausland (Krankheit / Unfall)
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die Kosten von Behandlungen, die in Notfällen im Ausland erbracht werden. Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorübergehenden Auslandaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht angemessen ist. Sportler und Sportlerinnen, die während eines Wettkampfes im Ausland notfallmässig erkranken oder verunfallen, haben je nach Art und Ort des Vorfalles sowie Versicherungsunterstellung (KVG / UVG) unterschiedliche Rechte bzw. Ansprüche auf Vergütung der Kosten:

Tabelle_Sportler_JPB

Tipp 1:
Die schweizerische Koordinationsstelle für Krankenversicherungsfragen im europäischen Ausland – die Gemeinsame Einrichtung KVG – hat für sämtliche EU und EFTA-Staaten ein entsprechendes Merkblatt («Unterwegs in…») mit allen notwendigen Informationen aufgeschaltet.

Tipp 2:
In bestimmten Drittstaaten wie die USA oder Japan sind die Behandlungs- und Transportkosten teilweise viel höher als in der Schweiz. In diesen Fällen lohnt sich der Abschluss einer Reiseversicherung (eine Anfrage beim Krankenversicherer wird empfohlen).

Tipp 3:
Repatriierungsflüge in die Schweiz sind – im Gegensatz zur Unfallversicherung – keine Pflichtleistungen der Krankenversicherung. Auch aus diesem Grunde lohnt sich der Abschluss einer Reiseversicherung.

Im nächsten Beitrag erklärt Dir Monsieur Santé was erfüllt sein muss, damit eine Versicherungsleistung ausgelöst wird und warum Leistungen gekürzt oder sogar abgelehnt werden können. Bleib also dran, falls es Dich interessiert!

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.