Monsieur Santé

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Silvia Schütz Neue Spitalfinanzierung sorgte für Kostenschub von gut einer halben Milliarde

Welche Auswirkung hat die  Einführung der Neuen Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen (SwissDRG) auf die Spitäler und den Prämienzahler? Die santésuisse-Grafik zeigt: Die Neue Spitalfinanzierung hat über eine halbe Milliarde Schweizer Franken gekostet – das entspricht rund zwei Prämienprozent. Im Artikel der Schweiz am Sonntag vom 31. Mai 2015: „Operationen nehmen stark zu – Ärzte wetzen …

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Welche Auswirkung hat die  Einführung der Neuen Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen (SwissDRG) auf die Spitäler und den Prämienzahler? Die santésuisse-Grafik zeigt: Die Neue Spitalfinanzierung hat über eine halbe Milliarde Schweizer Franken gekostet – das entspricht rund zwei Prämienprozent.

Im Artikel der Schweiz am Sonntag vom 31. Mai 2015: „Operationen nehmen stark zu – Ärzte wetzen ihre Messer“, zeigt sich das  Bundesamt für Gesundheit (BAG) alarmiert: Zwar brauche es seit der Einführung von SwissDRG pro Patient weniger Spitaltage, dafür würden die Spitäler viel mehr Patienten behandeln als früher. Es wäre möglich, dass die Spitäler das eine mit dem anderen ausgleichen, so BAG-Vizepräsident Peters. Studien zeigten nämlich: Wenn eine bestimmte Massnahme finanziell besser entschädigt ist, nehmen sie die Spitäler öfter vor. Unabhängig vom Umgang der Spitäler mit den Fallpauschalen (SwissDRG), stellt sich die Frage: Wie viel hat die Einführung der Neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 den Prämienzahler gekostet?

Antwort gibt die santésuisse-Grafik für SwissDRG, die auf die Entwicklung für Spitäler stationär ohne Psychiatrie und Rehabilitation fokussiert. Um zwölf Prozent nahmen die Kosten vom Jahr 2011 auf das Jahr 2012 zu, als die Neue Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen eingeführt wurde. Zieht man von den zwölf Prozent rund drei Prozent für das durchschnittliche jährliche Wachstum ab (Erfahrungswert), bleiben neun Prozent Mehrkosten in den Spitälern stationär allein aufgrund der Einführung der neuen Spitalfinanzierung, das entspricht 556 Millionen oder rund zwei Prämienprozent. Zählt man die Psychiatrie und Rehabilitation dazu, sind es 585 Millionen. Massgeblich zum Sprung von 12 Prozent im Jahr 2012 beigetragen hat die neue Aufteilung der zu bezahlenden Leistungen auf Kantone und Versicherer, die sich in den Bereichen Spital stationär, Psychiatrie und Rehabilitation niedergeschlagen hat. Einfluss auf das Wachstum nach diesem Sprung haben die Anzahl und Art der behandelten Patienten (Casemix), der Vergütungsteiler zwischen Krankenversichern und Kantonen – er regelt wieviel Prozent der Kanton an eine Behandlung bezahlt und wie viel der Versicherer – sowie der Basispreis der Spitäler. Das ist der jeweilige Grundtarif,  zu dem das einzelne Spital abrechnen kann. Das in der Grafik ausgewiesene Wachstum in den Jahren 2013 und 2014 hat die Basisraten und den Vergütungsteiler berücksichtigt und weist eine Kostenzunahme allein für die behandelten Patienten aus. Sie beträgt im Jahr 2013 plus 70 Millionen, im 2014 plus 120 Millionen. Über die Gründe des Schubes sagt die Grafik nichts aus.

Madame Santé ist
Silvia Schütz

Ich bin Projektleiterin Kommunikation bei santésuisse für die Deutschschweiz.

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