Monsieur Santé

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Jean-Paul Brönnimann Prämienkorrektur – des einen Freud und des anderen Leid

Einmal im Jahr setzen die Krankenversicherer die Prämien für das Folgejahr aufgrund der zu erwartenden Kosten fest. Das BAG überprüft und genehmigt die Prämien. Im Idealfall sollten die Prämieneinnahmen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit den Ausgaben gemäss KVG im Gleichgewicht stehen. Eine nicht einfache Vorgabe, wie sich herausgestellt hat. Zwischen 1996, dem Jahr des In-Kraft-Tretens des KVG und 2013 …

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Einmal im Jahr setzen die Krankenversicherer die Prämien für das Folgejahr aufgrund der zu erwartenden Kosten fest. Das BAG überprüft und genehmigt die Prämien. Im Idealfall sollten die Prämieneinnahmen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit den Ausgaben gemäss KVG im Gleichgewicht stehen. Eine nicht einfache Vorgabe, wie sich herausgestellt hat.

Zwischen 1996, dem Jahr des In-Kraft-Tretens des KVG und 2013 wurden in einzelnen Kantonen im Vergleich zu den ausbezahlten KVG-Leistungen zu hohe und in anderen Kantonen zu tiefe Krankenkassenprämien bezahlt. Die festgestellten Ungleichgewichte im Gesamtbetrage von 800 Millionen Franken sollen nun – nach dem Willen des Parlaments – den Versicherten, die zu hohe Prämien bezahlt haben, in drei Jahrestranchen ab 2015 zurückgezahlt werden.

Welche Versicherten zählen zu den Glücklichen…
In diesem Jahr werden die Krankenkassen in den Kantonen Zürich, Zug, Freiburg, Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Thurgau, Tessin, Waadt und Genf insgesamt 254.7 Millionen Franken anteilmässig, d.h. gemäss dem Betrag, um den ihre Prämien in den vergangenen Jahren zu hoch ausgefallen sind, auszahlen. Der Bund leistet einen ersten Beitrag in der Höhe von 88.7 Millionen Franken in Form einer «Prämienrückerstattung» an die Versicherten.

und welche zu den Unglücklichen?
Die Versicherten mit Wohnsitz in den Kantonen, in denen in der Vergangenheit zu tiefe Prämien bezahlt worden sind. Betroffen sind die Kantone Bern, Luzern, Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Solothurn, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Wallis und Jura. Diese finanzieren zusammen die restlichen 166 Millionen Franken. Dazu wird ihnen gemäss BAG im laufenden Jahr ein monatlicher Prämienzuschlag erhoben, der in Form eines «Prämienabschlags» den Versicherten mit Wohnsitz in denjenigen Kantonen zugutekommt, in denen zu hohe Prämien bezahlt wurden. Die Krankenkassen ziehen die Beträge von der Juniprämie ab oder zahlen sie separat an die Versicherten in den betreffenden Kantonen aus.

Der Prämienzuschlag kann je nach Kanton unterschiedlich sein. Er wird aber den jährlich an die Bevölkerung rückverteilten Ertrag aus den Lenkungsabgaben nicht übersteigen.

Umsetzung der Prämienkorrektur
Die Einzelheiten der Umsetzung der Prämienkorrektur sind in Art. 106c KVG geregelt. Falls Dich die konkreten Zahlen des Prämienzuschlags, des Prämienabschlags sowie der Prämienrückerstattung für 2015 interessieren, so findest Du die Angaben zu den Auszahlungen und den Prämenzuschlägen indem Du auf die entsprechenden Wörter klickst.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.