Monsieur Santé

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Jean-Paul Brönnimann Tattoos und Piercings: Wer zahlt, wenn’s daneben geht?

Das Stechen von Tattoos und das Anbringen von Piercings ist im Trend. In der Regel sind diese Eingriffe am Körper ohne gesundheitliche Folgen. Ganz ausgeschlossen sind sie jedoch nicht und es kann durchaus vorkommen, dass der Gang zum Arzt unumgänglich wird. Welches sind die Risiken und wer trägt die Kosten der Behandlungen? Mit dem Gang zum Tätowierer oder …

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Das Stechen von Tattoos und das Anbringen von Piercings ist im Trend. In der Regel sind diese Eingriffe am Körper ohne gesundheitliche Folgen. Ganz ausgeschlossen sind sie jedoch nicht und es kann durchaus vorkommen, dass der Gang zum Arzt unumgänglich wird. Welches sind die Risiken und wer trägt die Kosten der Behandlungen?

Mit dem Gang zum Tätowierer oder zum Piercing-Studio setzt man sich zwangsläufig gewissen gesundheitlichen Risiken aus. Das gilt übrigens auch für die sogenannten temporären oder vorgetäuschten Tattoos bzw. die Henna-Malereien, die beispielsweise in Thailand entlang den Badestränden angeboten werden. Letzteres konnte Monsieur Santé leider aus nächster Nähe miterleben…

Think before ink
Dieser Spruch hat nichts von seiner Aussagekraft verloren. Tattoos können allerlei Infektionen hervorrufen oder sogar Infektionskrankheiten übertragen. Zudem können die in die Haut geritzten Tätowiermittel (Farbpigmente, Konservierungs- oder andere chemische Stoffe) Allergien oder evtl. sogar Krebs auslösen.

Piercings bergen ein erhöhtes Risiko für Allergien und andere Komplikationen. Das Durchstechen der Zunge erweist sich als besonders heikel. Heftige Blutungen können schon während des Eingriffes einsetzen, Lähmungen auftreten usw. Bevor Du Dich definitiv für ein Tattoo oder einen Körperschmuck entscheidest, rate ich Dir die Webseite des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV über die Themen Tattoo, Piercing und Permanent Make-up aufzurufen. Insbesondere das Merkblatt «Tattoos und Piercing: Hautschmuck, der unter die Haut geht» solltest Du Dir anschauen.

Was bezahlen die Krankenkassen…
Sobald sich eine Person etwas am Körper machen lässt und dadurch einen gesundheitlichen Schaden (physisch oder nach Jahren allenfalls psychisch) erleidet, hat sie Anspruch – zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) – auf Übernahme der medizinisch indizierten Behandlungskosten durch die Krankenkasse.

…und was nicht?
Das Entfernen der Tätowierungen ist keine Pflichtleistung der Krankenkassen.

MRI und Tattoos sowie Piercings vertragen sich schlecht
Bei der Magnetresonanztomographie (MRT oder englisch MRI) handelt es sich um ein bildgebendes Diagnostikverfahren, welches erlaubt, die Struktur von Geweben, die Knochen und Organe scheibenweise zu untersuchen. Die Grundlage dafür bilden starke statische Magnetfelder sowie magnetische Wechselfelder im Radiofrequenzbereich. Das Problem: Die Tätowierfarben, insbesondere die dunklen Farben, können winzige Metallteilchen enthalten. Diese können sich bei einem MRI in Bewegung versetzten oder dermassen erwärmen, dass das Gewebe regional und damit das Tattoo beschädigt wird, allenfalls begleitet von Schwellungen oder Schmerzen der Haut. In extremen Fällen können Verbrennungen entstehen. In sehr seltenen Fällen können grossflächige Tätowierungen sogar das statische Magnetfeld verzerren und so die Bildqualität beeinträchtigen.

Das Risiko, derartige Nebenwirkungen erleiden zu müssen, hängt von der Grösse und Dichte der Tätowierungen und der Qualität der verwendeten Farbe ab. Piercings müssen – je nach Material und vorhandenen magnetischen Eigenschaften – vor jedem MRI herausgenommen werden.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.