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Jean-Paul Brönnimann Pflege im Alter – Was steht mir zu und wer bezahlt die Kosten?

Laut Bundesamt für Statistik betrugen die Gesamtkosten für Spitexdienste und Krankenpflege im Pflegeheim im Jahre 2012 insgesamt rund 11 Milliarden Franken. Eine Stabilisierung dieser Kosten ist nicht erkennbar. Gemäss den Prognosen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums sollen die Kosten für die stationäre und ambulante Pflege zu Hause bis 2030 auf rund 18 Milliarden Franken steigen. Der Pflegebereich ist ein weites und kostspieliges Feld. Da es keine eigentliche …

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Ältere Hände mit Gehstock

Laut Bundesamt für Statistik betrugen die Gesamtkosten für Spitexdienste und Krankenpflege im Pflegeheim im Jahre 2012 insgesamt rund 11 Milliarden Franken. Eine Stabilisierung dieser Kosten ist nicht erkennbar. Gemäss den Prognosen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums sollen die Kosten für die stationäre und ambulante Pflege zu Hause bis 2030 auf rund 18 Milliarden Franken steigen.

Der Pflegebereich ist ein weites und kostspieliges Feld. Da es keine eigentliche Pflegeversicherung in der Schweiz gibt, wird die Finanzierung durch die AHV/IV, die  Krankenkassen, die öffentliche Hand, und zu guter Letzt von den pflegebedürftigen Personen selbst – in unterschiedlichem Mass – sichergestellt. Der Staat stellt u.a. dann eine wichtige Finanzierungsquelle dar, wenn Pflegebedürftige, die lediglich eine AHV-Rente und allenfalls eine kleine Pension beziehen, von der Ausrichtung von Ergänzungsleistungen und gegebenenfalls von Hilflosenentschädigungen profitieren können.

Pflegeleistungen nach KVG
Die Pflegeleistungen und der Anteil der Leistungsbezüger an den Pflegekosten sind grundsätzlich  in Art. 25a KVG verbindlich festgelegt. Die Details sind in den Art. 7 bis und mit Art. 9 KLV) der KLV geregelt.

Was bezahlt die Grundversicherung?
Die Kosten für die ärztlich angeordnete ambulante Betreuung der Pflegebedürftigen durch selbständig tätige Pflegefachleute oder Organisationen der Krankenpflege und Hilfe zu Hause (Spitexdienste) sowie für die Pflege in einem Pflegeheim teilen sich die Kantone und Gemeinden, die Krankenkassen und – je nach Kanton – die Beteiligten selbst . Bei der ambulanten Versorgung unterscheidet das KVG die Übernahme der Kosten der

  • Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die aufgrund einer Bedarfsabklärung auf ärztliche Anordnung hin erbracht werden (Art. 7 KLV)
  • der spitalärztlich angeordneten Kosten der Akut- und Übergangspflege (Art. 7b KLV).

Die Kosten der sogenannten Akut- und Übergangspflege unmittelbar nach einem Spitalaufenthalt teilen sich der Wohnkanton und die  zuständige Krankenkasse während maximal zwei Wochen (Art. 8 Abs. 6 Bst. c KLV). Die Tarife werden vertraglich in Form von Pauschalen festgelegt (Art. 25a Abs. 2 KVG). Die Pflegebedürftigen zahlen lediglich die gesetzliche Kostenbeteiligung.

Beiträge der Grundversicherung in Pflegeheimen
In den Pflegeheimen haben die Krankenkassen einen Beitrag zu leisten, der sich nach dem täglichen Pflegebedarf richtet (siehe Art. 7a Abs. 3 KLV). Einige Beispiele:

  • 9 Franken pro Tag bei einem Pflegebedarf bis zu 20 Minuten
  • 18 Franken pro Tag bei einem Pflegebedarf von 21 bis 40 Minuten
  • 108 Franken pro Tag (maximaler Beitrag) bei einem Pflegebedarf von mehr als 220 Minuten

Die Unterkunfts- und Verpflegungskosten (Hotelkosten) sind nicht gedeckt und müssen – nebst Franchise und Selbstbeteiligung – von den Heimbewohnern selbst bezahlt werden.

Beiträge der Grundversicherung im Bereich der ambulanten Krankenpflege
Im Bereich der ambulanten Pflege in Sinne von Art. 7 KLV Abs. 1 und 2 gelten in der ganzen Schweiz folgende – für die Krankenkassen massgebende – Tarife pro Stunde (ohne Akut-/Übergangspflege), abgerechnet in Zeiteinheiten von 5 Minuten, mindestens jedoch 10 Minuten:

Die Leistungen einer Haushaltshilfe (Putzen, Einkaufen usw.) sind nicht kassenpflichtig und müssen von den Patientinnen und Patienten grundsätzlich selbst bezahlt werden. Einige Krankenkassen bieten zu diesem Zweck Zusatzversicherungen an, die unter bestimmten Bedingungen auch die Kosten für Leistungen von Haushalthilfen vergüten.

Ungedeckte Leistungen der Spitexdienste können unter Umständen über Ergänzungsleistungen zurückerstattet werden (kann bei der zuständigen AHV/IV- oder allenfalls bei der zuständigen Gemeindestelle erfragt werden).

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen, betreue ich auch den elektronischen Auskunftsschalter von Monsieur Santé als Social Media Koordinator.

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