Monsieur Santé

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Daniel Habegger Monsieur Santé verteilt Rosen und Kakteen

Nach der Abstimmung zur Einheitskasse vom 28. September 2014 ist der richtige Zeitpunkt, Blumen zu verteilen. Monsieur Santé erlaubt sich, Rosen, Kakteen und eine Stechpalme zu vergeben. Den grössten Rosenstrauss erhalten die 45% aktiven Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die zum dritten Mal in rund 10 Jahren über eine Einheitskassen-Vorlage abgestimmt haben. Einen grossen und vielfarbigen …

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Nach der Abstimmung zur Einheitskasse vom 28. September 2014 ist der richtige Zeitpunkt, Blumen zu verteilen. Monsieur Santé erlaubt sich, Rosen, Kakteen und eine Stechpalme zu vergeben.

Den grössten Rosenstrauss erhalten die 45% aktiven Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die zum dritten Mal in rund 10 Jahren über eine Einheitskassen-Vorlage abgestimmt haben.

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Einen grossen und vielfarbigen Rosenstrauss erhalten alle Persönlichkeiten und Vereinigungen, die sich bravurös in der alliance santé gegen die Einheitskasse eingesetzt haben.

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Ein Duzend rote Rosen erhalten Radio und Fernsehen in der Deutschschweiz: Sie haben beide Seiten gleich geärgert bzw. gefreut. Sie haben ihren Job professionell gemacht und berichteten insgesamt ausgewogen.

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Ein Sträusschen gemischte Rosen erhält der Grossteil der privaten Deutschschweizer Printmedien, die selbst bei klaren Haltungen z. B. gegen die jetzige Kassenlandschaft, sich Mühe gaben, die Fakten auf den Tisch zu legen.

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Eine orangene Spezialrose geht an La Télé: Der Privatsender hat seinem Anspruch als «Première chaine privée de la Suisse romande » alle Ehre gemacht und am 7. September mit den Gästen Guy Parmelin und Pierre-Yves Maillard unbeirrt thematisiert, worum es bei der Abstimmung den meisten StimmbürgerInnen wohl gegangen ist: Wäre die Einheitskasse in der Lage, die Kosten und damit auch die Prämien der sozialen Krankenkasse zu senken oder nicht?

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Eine grüne Spezialrose, welche die intakte Hoffnung auf noch mehr Objektivität symbolisiert, erhält die Wochenzeitung, welche zwar klar auf Seiten der Einheitskasse stand, aber sich trotzdem nicht davor scheute, ihre Leser bereits frühzeitig, im Juli 2014, mit den Ungereimtheiten der Initiative v.a. in Sachen falsche Versprechen auf der Kostenseite zu konfrontieren.

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Einen ganzen Sandkasten voller wildwüchsiger Kakteen erhalten die meisten privaten Medien der Romandie: Ihre Berichterstattung hatte mit Ausgewogenheit nichts gemein. Missliebige Fakten wurden gar nicht erst recherchiert oder öfters wider besseres Wissen unter den Teppich gekehrt, wenn sie nicht zur vermeintlichen oder tatsächlichen Mehrheitsmeinung „pro Einheitskasse“ in der Romandie passten. Mit in den Sandkasten gehören auch die „Konsumenten-Zeitschriften“ des FRC sowie Saldo und Ktipp, die auf einem Auge schlicht blind waren und ihre LeserInnen ausschliesslich einseitig zu Gunsten der Initiative „informierten“.

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Sandkasten-Kontakt haben offensichtlich auch die öffentlich-rechtlichen Medien der Romandie. Sie streuten der Bevölkerung lieber Sand in die Augen, statt die Themen sorgfältig zu recherchieren und up-to-date zu moderieren. Sendungen wie Infrarouge haben eklatante Falschmeldungen verbreitet und sich danach geweigert, sie zu korrigieren (z.B.: santésuisse habe die Leistungserbringer aufgefordert, Patienten nicht mehr zu behandeln, die ihre Prämie nicht bezahlten. In Tat und Wahrheit hat sich santésuisse gegen „schwarze Listen“ ausgesprochen und nie einen solchen Brief gutgeheissen oder gar unterstützt). Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat u.a. nach der Prämienankündigung den Titel „Le système de l’assurance maladie est devenu incontrôlable“ ins Bild gerückt, der die Initianten jubilieren liess, aber mit der Realität nichts zu tun hat. Dazu kamen nur die beiden erklärten Einheitskassen-Befürworter Pierre-Yves Maillard und Mauro Poggia zu Wort . Erst nach einer Intervention von FDP und santésuisse durften am Rande auch noch die Gegner der Einheitskasse, Guy Parmelin und Isabelle Moret, Stellung beziehen.

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Den grössten individuellen Kaktus erhält Mitinitiantin Jacqueline Fehr: Die Zürcher Nationalrätin hat sich nicht davor gescheut, sich offensichtlicher Märchen zu bedienen und je nach Publikum ganz widersprüchliche Botschaften zu verbreiten, um mehr BefürwortInnen für die Einheitskasse zu gewinnen: Währen sie in Communiqués z. B. am 23. Mai öffentlich verlauten liess, dass mit der Einheitskasse „mittelfristig Kosten in der Grössenordnung von 10 Prämienprozenten eingespart werden könne“, meinte sie vier Tage darauf an einem Podium des Verbandes der kleinen und mittleren Krankenversicherer (RVK) in Zürich: „Das Versprechen, egal bei welchem System, eine Kostenreduktion im Gesundheitswesen sei möglich – wenn möglich noch im Zusammenhang mit gesteigerter Qualität – wäre ein leeres Versprechen. Ich mache das nicht. Ich gehe davon aus, die Kosten werden steigen.“ Analoge Irritationen löste Frau Fehr aus, wenn sie an der Zürcher Fachhochschule dem Studiengang Physiotherapie höhere Tarife dank Einheitskasse in Aussicht stellte. Dem gegenüber war von den Initianten zu Gunsten der Initiative immer behauptet worden, die Einheitskasse werde Kosten einsparen und die Tarife restriktiver verhandeln.

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Eine eigentliche Stechpalme erhält die Kampagnen-Leitung der Initiative: Aufgrund der fehlenden Angaben über die Konkretisierung der Einheitskasse sowie mit irreführenden und falschen Grafiken zur Prämienentwicklung haben sich die Initianten selbst aus dem Rennen genommen und gezeigt, warum es ihnen wirklich gegangen ist: Um parteipolitische Profilierung und Stimmungsmache gegen die private Wirtschaft, sprich um vorgezogenen Wahlkampf 2015. Nach der schlechten Kampagne erweisen sich einige Exponenten der SP jetzt auch noch als schlechte Verlierer, welche das klare Ergebnis verdrehen und faktisch als Sieg der Einheitskassen-Befürworter ausgeben.

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Monsieur Santé ist
Daniel Habegger

Ich bin bei santésuisse im Bereich Public Affairs tätig.

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