Monsieur Santé

Navigation anzeigen Startseite anzeigen Suchefeld anzeigen

Daniel Habegger Wozu führen Kantone Schwarze Listen?

Anfangs Woche verbreiteten einige Medien die doppelte Falschmeldung, wonach santésuisse Ärzte aufgefordert habe, Patienten nicht zu behandeln, welche ihre Prämien nicht bezahlt haben. santésuisse hat aber weder einen entsprechenden Brief verfasst, noch entsprechen Schwarze Listen unserem Verständnis der sozialen Krankenversicherung. Monsieur Santé sind wegen dieser fehlerhaften Berichterstattung graue Haare gewachsen. Darum erklärt er, was Schwarze …

weiterlesen »

sasis_schoenenbergerAnfangs Woche verbreiteten einige Medien die doppelte Falschmeldung, wonach santésuisse Ärzte aufgefordert habe, Patienten nicht zu behandeln, welche ihre Prämien nicht bezahlt haben. santésuisse hat aber weder einen entsprechenden Brief verfasst, noch entsprechen Schwarze Listen unserem Verständnis der sozialen Krankenversicherung. Monsieur Santé sind wegen dieser fehlerhaften Berichterstattung graue Haare gewachsen. Darum erklärt er, was Schwarze Listen sind und wozu Kantone – und wohlgemerkt nicht Krankenversicherer – diese eingeführt haben.

Die Kantone haben mit Art. 64a Abs. 7  seit Anfang 2012 die Möglichkeit, säumige Zahler, die ihrer Prämienpflicht trotz Zahlungsaufforderung und Betreibung nicht nachkommen, auf einer Liste zu erfassen. Versicherte Personen, die sich auf dieser Liste der säumigen Zahler befinden, erhalten per Gesetz nur noch Notfallbehandlungen im Rahmen der Grundversicherung. Es ist das Gesetz, das es ermöglicht und es ist der Kanton, der entscheidet, ob er eine solche Liste mit säumigen Prämienzahlern geführt wird oder nicht.  Acht Kantone aus der Deutschschweiz haben diese Möglichkeit ergriffen und führen eine Schwarze Liste. Grund: Gemäss Gesetz dürfen Krankenversicherer keine Leistungen sistieren, die Kantone müssen im Gegenzug allerdings 85% der entstandenen Kosten übernehmen. Mit den Schwarzen Listen wollen die Kantone also Mehrkosten für sich verhindern.

Nur bestrafen, wer zahlen könnte
Ziel der Listen war, zahlungsunwillige Personen zu erfassen. Zahlungsunfähige Personen werden nach wie vor durch Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe unterstützt. Die Listen sind per Gesetz nur den Leistungserbringern, den Gemeinden und dem Kanton zugänglich, aber nicht den Versicherern! Es ist auch die Aufgabe des Kantons die Leistungserbringer zu informieren und die Auswirkungen einer Liste aufzuzeigen und entsprechend darzulegen, wie Leistungserbringer mit einer Person auf der Liste umgehen sollen. Versicherer setzen zudem erst auf Meldung des Kantons einen Leistungsaufschub für eine bestimmte Person.

Da die SASIS AG die technische Lösung dafür entwickelt hat, haben Kantone der SASIS AG die unangenehme Aufgabe übertragen, die Leistungserbringer darüber zu informieren. Diese Tatsache wurde in einigen Medien zum Teil völlig falsch dargestellt.

santésuisse: Schwarze Listen sind problematisch
Schwarze Listen sind in die sozialen Krankenversicherung problematisch, weil oft nicht unterschieden werden kann, ob jemand nicht zahlen will oder nicht zahlen kann. Im politischen Prozess hatte sich deshalb santésuisse Schwarzen Listen gegenüber kritisch ausgesprochen. Diese wurden auf Wunsch der Kantone im Gesetz verankert.

Link zur Medienmitteilung der SASIS AG

Monsieur Santé ist
Daniel Habegger

Ich bin bei santésuisse im Bereich Public Affairs tätig.

Man findet mich auch auf XING.