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Cornelia Meier Ärztegerangel oder Ärztemangel? – Teil 2: Le Canton de Vaud

Der Blogbeitrag «Ärztegerangel oder Ärztemangel? – Teil 1: In der Schweiz» vom 20. März 2014 zeigte die ungleiche kantonale Verteilung und eine auffällige Konzentration der freipraktizierenden Spezialärzte in den Zentrumskantonen auf. Der vorliegende Beitrag legt das Augenmerk auf die regionale Situation in der Waadt – aus Flächen- und Einwohnerperspektive einer der grössten Kantone der Westschweiz. …

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Aerztegeranger_Aerztemangel_Teil 2

Der Blogbeitrag «Ärztegerangel oder Ärztemangel? – Teil 1: In der Schweiz» vom 20. März 2014 zeigte die ungleiche kantonale Verteilung und eine auffällige Konzentration der freipraktizierenden Spezialärzte in den Zentrumskantonen auf. Der vorliegende Beitrag legt das Augenmerk auf die regionale Situation in der Waadt – aus Flächen- und Einwohnerperspektive einer der grössten Kantone der Westschweiz. Auf lokaler Ebene lässt sich ein vergleichbares Bild einer ungleichen Verteilung bei gleichzeitiger Häufung der Arztpraxen in den Zentren zeichnen.

Die Attraktivität der Zentren bei den Spezialärzten ist auf regionaler Ebene deutlich erkennbar. Im Stadtbezirk Lausanne ist das Angebot an Spezialärzten gemessen an der Bevölkerung weit höher als in den ländlichen Bezirken. So weist der Bezirk Lausanne eine rekordverdächtige Dichte von 4,7 Spezialärzten je 1’000 Einwohner auf, gefolgt mit etwas Abstand von Riviera-Pay-d’Enhaut (2,7 auf 1‘000 Einwohner) und Nyon (2,2 auf 1‘000 Einwohner). Vergleichsweise gering ist die Zahl der Spezialärzte in Aigle und Ouest lausannois (0,9 auf 1‘000 Einwohner) sowie Gros-de-Vaud (0,4 auf 1‘000 Einwohner).

Eine gleichmässigere Verteilung zeigt sich bei den Grundversorgern (hier Ärzte mit Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin, praktischer Arzt oder Kinder- und Jugendmedizin). Aus der Tabelle lässt sich erkennen, dass sich hier keine Tendenz hin zu Praxisstandorten im urbanen Raum beobachten lässt. So weist der Bezirk Lausanne zwar mit 2,0 Grundversorgern auf 1‘000 Einwohner eine relativ hohe Dichte aus. Die Dichte der Grundversorger aller anderen Bezirke bewegen sich aber in einer ähnlichen Bereich.

Mögliche Lösungsansätze
Die Problematik der Ungleichverteilung der Spezialärzte ist im vorliegenden Fall des Kantons Waadt auch auf regionaler Ebene zu beobachten. Falls diese regionale Disparität unerwünscht ist, bieten sich verschiedene Lösungsansätze an, welche die Niederlassung von Ärzten in Randregionen begünstigen. So zeigte ein Pilotprojekt zur Förderung der Hausarztmedizin der Visana, dass finanzieller Anreize in Form eines erhöhten Taxpunktwerts für Ärzte, die in ländlichen Regionen tätig sind, gesetzt werden können. Alternativ kann – wie der Vorschlag des Bundes zur Besserstellung der Hausärzte zeigt – die Tarifstruktur als Anreizmechanismus Hand bieten. Denkbar wäre darüber hinaus auch eine Lockerung des Vertragszwangs mit einem Zwei-Tarifsystem, bei dem die Selbstbeteiligung durch die Versicherten unterschiedlich ausfällt, je nachdem, ob der behandelnde Arzt mit oder ohne Vertrag mit dem jeweiligen Krankenversicherer ist.

Diese Auswahl an Vorschlägen zeigt, dass der Strauss an Lösungsansätzen mit all den Vor- und Nachteilen bunt ist. Leider bewegt sich der Bund gemäss seinem Vorschlag zur Steuerung des ambulanten Bereichs in Richtung regulierende Lösung anstatt marktwirtschaftliche Anreizmechanismen zu schaffen. Schade.

Madame Santé ist
Cornelia Meier

Ich bin seit Oktober 2013 im Ressort Projekte und Grundlagen bei santésuisse tätig

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