Monsieur Santé

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Jean-Paul Brönnimann Badekur auf Rezept: Was bezahlt die Krankenkasse?

Leidest Du an einer Form von Rheuma oder an den Folgen einer Operation, welche Dich in Deinen Bewegungen stark einschränken? Hast Du Dich, gemeinsam mit Deinem Arzt, bereits für eine Badekur entschlossen? Möglicherweise hast Du Dich vorher gefragt, welche Leistungen von der Krankenkasse vergütet werden und ob die Badekur statt in der Schweiz allenfalls im nahen Ausland absolviert werden kann. …

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Thermalwasser

Leidest Du an einer Form von Rheuma oder an den Folgen einer Operation, welche Dich in Deinen Bewegungen stark einschränken? Hast Du Dich, gemeinsam mit Deinem Arzt, bereits für eine Badekur entschlossen? Möglicherweise hast Du Dich vorher gefragt, welche Leistungen von der Krankenkasse vergütet werden und ob die Badekur statt in der Schweiz allenfalls im nahen Ausland absolviert werden kann. Monsieur Santé gibt Antwort.

Das gesetzlich Geregelte vorweg. Damit die Krankenkassen sich an den Badekurkosten beteiligen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Badekur muss von einem Arzt oder einer Ärztin verordnet sein (Art. 25 Abs. 2 Bst. c KVG);
  2. Die Badekur muss in einem zugelassenen Heilbad durchgeführt werden (Art. 40 KVG in Verbindung mit Art. 57 und 58 KVV).

Gemäss gültiger Rechtsprechung (BGE 107 V 170), muss zudem ausserhalb der eigenen Wohnung Unterkunft bezogen werden.

Sind diese Bedingungen erfüllt, vergüten die Krankenkassen 10 Franken pro Tag während höchstens 21 Tagen pro Jahr (Art. 25 KLV), sofern diese keine «wesentliche Unterbrechung» erfahren und der Patient/die Patientin mobil und nicht pflegebedürftig ist. Dieser Beitrag deckt einen minimalen Teil der Fahrt- und Hotelkosten. Zusätzlich anfallende Kosten für ärztliche Leistungen, Medikamente oder beispielsweise für Physiotherapie werden separat, d.h. gemäss separatem Tarif, vergütet. Für Letzteres gibt es zurzeit jedoch keine nationale (Tarif-) Regelung. Die Leistungen entsprechen der gängigen Kassenpraxis. Daher sicherheitshalber mein

Tipp:
Bevor Du die Badekur antrittst, empfehle ich Dir – insbesondere, wenn Du über keine Zusatzversicherung verfügst – bei Deinem Krankenversicherer genau nachzufragen, ob das von Dir ausgewählte Heilbad zugelassen ist und welche Therapie-Leistungen im Rahmen des Badekuraufenthaltes übernommen werden.

Präventive Badekuren und Badekuren im Ausland
Präventive Badekuren stellen keine kassenpflichtige Leistung dar. Leistungen für Badekuren im Ausland dürfen von den Krankenversicherern im Rahmen der Grundversicherung aufgrund des im KVG verankerten «Territorialitätsprinzips» nicht ausgerichtet werden. Auch wenn die Badekur im Ausland günstiger ist als in der Schweiz und/oder von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben wird, kommt die Grundversicherung nur für Behandlungen im Inland auf. Es darf auch nicht ein gleichwertiger Ersatz dessen vergütet werden, was bei einem Aufenthalt in einem zugelassenen Heilbad in der Schweiz hätte vergütet werden müssen.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.