Monsieur Santé

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Jean-Paul Brönnimann Zecken – die gefährlichen Mini-Vampire des Unterholzes

Sie sind – je nach Geschlecht und Entwicklungsstadium – nur zwischen 0.5 bis 6 mm gross. Vollgesogene erwachsene Exemplare erreichen das Mehrfache. Mit Krankheitserregern infiziert, sind sie für den Menschen alles andere als harmlos. Im Frühling, sobald es wärmer wird, krabbelt der Parasit (auch gemeiner Holzbock genannt) aus seinem Winterversteck und lauert in Bodennähe auf Ästen und …

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Zecke entfernen
Sie sind – je nach Geschlecht und Entwicklungsstadium – nur zwischen 0.5 bis 6 mm gross. Vollgesogene erwachsene Exemplare erreichen das Mehrfache. Mit Krankheitserregern infiziert, sind sie für den Menschen alles andere als harmlos.

Im Frühling, sobald es wärmer wird, krabbelt der Parasit (auch gemeiner Holzbock genannt) aus seinem Winterversteck und lauert in Bodennähe auf Ästen und Blätter des Unterholzes oder auf niedrigen Waldsträuchern auf ein geeignetes Opfer, an dem er sich vollsaugen kann. Just dann, wenn vermehrt Menschen (Freizeitsportler usw.) den Wald aufsuchen.

Übertrager von Krankheitserregern
Zecken sind hungrig und brauchen viel Blut. Der Stich ist schmerzlos, weil die Zecke die Einstichstelle unempfindlich macht. Gehasst und gefürchtet wird sie, weil sie verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen kann. Dabei handelt es sich um ein Bakterium (Borrelia), welches die so genannte Lyme-Borreliose hervorrufen kann sowie um das Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Virus (FSME-Virus), welches nur in gewissen Epidemiegebieten vorkommt.

Was gibt es für Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten?
Die gute Nachricht: es gibt eine Impfmöglichkeit. Die schlechte Nachricht: zurzeit nur gegen FSME (Hirnhautentzündung). Gegen die Lyme-Borreliose existiert keine Schutzimpfung. Die Borreliose lässt sich aber, besonders im Frühstadium, relativ gut mit Antibiotika behandeln.

Am besten schützt man sich, indem man lange Hosen und geschlossene Schuhe trägt sowie ein Anti-Zeckenprodukt verwendet und sich nicht ins Unterholz begibt. Monsieur Santé empfiehlt Dir zudem Deine Kleider oder allenfalls unbedeckte Körperteile von Zeit zu Zeit (auch gegenseitig) zu kontrollieren.

Was zahlt die Krankenversicherung?
Der Zeckenbiss gilt als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG (Unfallbegriff). Sämtliche Behandlungskosten, Taggelder und evtl. Renten werden somit von der Unfall- und nicht von der Krankenversicherung übernommen.

Die Kosten der Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) werden hingegen von der Krankenversicherung im Rahmen der Grundversicherung bezahlt (3. Kapitel «Massnahmen der Prävention», Art. 12a Bst. i KLV). Bei beruflicher Indikation erfolgt die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber. Die Präventionstipps und die Informationsbroschüre «Vorsicht, Zecken!» der SUVA zu Zeckenbissen findest Du hier. Weitere Informationen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Borreliose/Lyme-Borreliose sind hier abrufbar.

Monsieur Santé ist
Jean-Paul Brönnimann

Ich bin seit über 34 Jahren im sozialen Krankenversicherungsbereich tätig. Neben meinen Aufgaben als Experte im Fachbereich Leistungseinkauf bei tarifsuisse ag sowie als Vertreter von tarifsuisse ag in diversen paritätischen Kommissionen.
Man findet mich auch bei Facebook und Twitter.