Monsieur Santé

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Thomas Meyer Operation am Patient TARMED – Teil 1: Die Anamnese

Monsieur Santé nimmt im vorliegenden ersten Teil einer Beitragsserie den – mittlerweile etwas in die Jahre geratenen – Patienten TARMED („tarif médical“) unter die Lupe. Erster Teil der Untersuchung bildet die Entstehungsgeschichte – d.h. die Anamnese. 1986 einigten sich die Vertreter der Medizinaltarif-Kommission (MTK) wie auch die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) darauf, eine Revision des …

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StethoscopeMonsieur Santé nimmt im vorliegenden ersten Teil einer Beitragsserie den – mittlerweile etwas in die Jahre geratenen – Patienten TARMED („tarif médical“) unter die Lupe. Erster Teil der Untersuchung bildet die Entstehungsgeschichte – d.h. die Anamnese.

1986 einigten sich die Vertreter der Medizinaltarif-Kommission (MTK) wie auch die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) darauf, eine Revision des UV/MV/IV-Arzttarifes unter dem Namen GRAT (Gesamtrevision Arzttarif) anzustreben. Gleichzeitig sollten auch die Infrastrukturkosten in den Spitälern separat erfasst und tarifiert werden. Dieses Projekt erhielt den Namen INFRA.

1994 ergibt sich – mit der Annahme des Krankenversicherungsgesetz (KVG) durch das Schweizer Stimmvolk eine neue Situation: Im Artikel 43 Absatz 5 wird vorgesehen, dass im Krankenversicherungsbereich, Einzelleistungstarife auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tarifstruktur beruhen müssen.

Die Projekte GRAT und INFRA wurden zum Projekt TARMED zusammengeführt. TARMED ist ein Projekt der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), der Schweizer Krankenversicherer (santésuisse), der Spitäler der Schweiz (H+) sowie der – in der Medizinaltarifkommission (MTK) vertretenen Sozialversicher – Unfallversicherung (UV), Militärversicherung (MV), und Invalidenversicherung (IV).

Jeder Handgriff wird verrechnet
Auf Basis der Leistungsdaten aus den Jahren 1994 bis 1996 wurde eine neue Tarifstruktur mit mehr als 4000 Positionen und über 10‘000 Abrechnungsregeln (Limitationen auf Menge und Kumulationsverbote) geschaffen, die nahezu sämtliche ärztlichen Leistungen in der Arztpraxis und im Spital beinhaltet.

Jeder Leistung ist je nach zeitlichem Aufwand, Schwierigkeit und erforderlicher Infrastruktur eine bestimmte Anzahl von Taxpunkten zugeordnet. Dabei unterscheidet TARMED zwischen der ärztlichen und der technischen Leistung. Weitere Infos und Beispiele dazu in der Blog-Serie TARMED-Orientierungslaufg von Madame Santé. 2002 genehmigte der Bundesrat die Einführungsversion – die sowohl in den Bereichen der obligatorischen Unfallversicherung, Militär- und Invalidenversicherung sowie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zur Anwendung gelangte. Seit 2004 dient TARMED in der Krankenversicherung – sowohl in den Arztpraxen wie in den Spitälern – für die Verrechnung von ambulanten Leistungen.

Weitere Informationen zum Thema «TARMED» erhalten Sie in unseren Grund- und Spezialkursen.

Monsieur Santé ist
Thomas Meyer

Ich bin als Projektleiter  bei santésuisse für die Grund- und Spezialkursezuständig. Die Kursthemen drehen sich um das Gesundheitswesen Schweiz allgemein, mit Fokus Krankenversicherung und übrige Sozialversicherungen.

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