Monsieur Santé

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Stephan Colombo Gesprengte Ketten: Freie Spitalwahl in beiden Basel

Mit der neuen Spitalfinanzierung wollte der Gesetzgeber den Wettbewerb zwischen den Spitälern stärken. Ein Kernelement der Gesetzesrevision ist die freie Spitalwahl. Auch der grundversicherte Patient soll frei sein Spital wählen können. Die hehren Absichten kamen ab dem 1. Januar 2012 rasch unter die realpolitischen Räder. Denn wirklich frei ist die Spitalwahl mitnichten. Zwei Halbkantone machen jetzt …

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spialwahlMit der neuen Spitalfinanzierung wollte der Gesetzgeber den Wettbewerb zwischen den Spitälern stärken. Ein Kernelement der Gesetzesrevision ist die freie Spitalwahl. Auch der grundversicherte Patient soll frei sein Spital wählen können. Die hehren Absichten kamen ab dem 1. Januar 2012 rasch unter die realpolitischen Räder. Denn wirklich frei ist die Spitalwahl mitnichten. Zwei Halbkantone machen jetzt den ersten Schritt in Richtung echt freier Spitalwahl.

Heute ist die Verwirrung bei manch einem Patienten gross: In welchem Spital kann ich mich eigentlich ohne Zusatzkosten behandeln lassen. Die Antwort ist nicht einfach zu finden und hat viel mit Referenztarifen sowie Spitallisten des Wohnkantons und des Standortkantons zu tun. Aus Furcht vor ungedeckten Kosten traut sich so der grundversicherte Patient kaum jemals, die Kantonsgrenzen zu überschreiten.

Beide Basel in der Pionierrolle
Kaum zu glauben, aber in Zeiten der Globalisierung kennt unser Gesundheitswesen keinen Binnenmarkt, weist prohibitiv hohe Strafzölle beim Konsum ausländischer Leistungen auf und orientiert sich stark an Kantonsgrenzen.  Dass es anders geht, haben die Regierungen der beiden Basel am 24. September 2013 bewiesen: Ab dem 1. Januar 2014 können die Patienten der beiden Halbkantone frei unter allen Basler Listenspitälern wählen. Der Baselbieter Patient darf sich ohne Furcht vor Mehrkosten auf Baselstädtischem Boden behandeln lassen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn Wettbewerb kann nur dort entstehen, wo Patienten ihre Spitalwahl an Kriterien wie Qualität und Behandlungsergebnis und nicht an Kantonszugehörigkeit und Referenztarifen knüpfen. Bleibt der Wunsch und die Hoffnung, dass das Beispiel der beiden Basel Schule macht und Art. 39 des Gesetzes «Die Kantone koordinieren ihre Planung» weiter mit Leben gefüllt wird.

Monsieur Santé ist
Stephan Colombo

SwissDRG von A bis Z.