Monsieur Santé

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Gregor Patorski «Lechts und rinks kann man nicht velwechsern? – Werch ein Illtum!»

Die Diskussion um die Einheitskasse und den Gegenvorschlag treibt manchmal positive, manchmal seltsame parteipolitische Blüten. Zuweilen gibt es sogar Licht am Horizont. Zum Beispiel im Schuldenstaat Bern. Vor Kurzem wurde – wie an dieser Stelle schon berichtet – das Vernehmlassungsverfahren zu SP-Bundesrat Alain Bersets Gegenvorschlag zu Ende. Dabei liess sich ein klares Links-Rechts-Schema erkennen. Einzig …

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Schuldenfalle Einheitskasse

Schuldenfalle Einheitskasse

Die Diskussion um die Einheitskasse und den Gegenvorschlag treibt manchmal positive, manchmal seltsame parteipolitische Blüten. Zuweilen gibt es sogar Licht am Horizont. Zum Beispiel im Schuldenstaat Bern.

Vor Kurzem wurde – wie an dieser Stelle schon berichtet – das Vernehmlassungsverfahren zu SP-Bundesrat Alain Bersets Gegenvorschlag zu Ende. Dabei liess sich ein klares Links-Rechts-Schema erkennen. Einzig Kantone mit SP-Gesundheitsdirektor/innen und/oder linker Regierungsmehrheit befürworteten den parteipolitischen Winkelzug des Bundesrats für den Wahlkampfschlager Einheitskassen-Initiative. Doch dieses Links-Rechts-Schema wurde an einigen Orten durchbrochen. Oder um es mit dem Dichter Ernst Jandl zu sagen: Lechts und rinks wurden velwechsert.

Lichtblick im Kanton Bern
Die links-dominierte Berner Kantonsregierung befürwortet in ihrer Vernehmlassungsantwort zwar den Gegenvorschlag, findet aber deutliche Worte gegen die Einheitskassen-Initiative ihrer Genossen: «Der Regierungsrat [kann] den vorgeschlagenen fundamentalen Kurswechsel in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) nicht unterstützen. Die Folgen eines Kurswechsels sind weitgehend unbekannt, und es bestehen nur ungenügende Lösungsansätze für die Umstrukturierung und deren Finanzierung. Die vorliegenden Volksinitiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» erscheint daher nicht der richtige Weg, um den heutigen Herausforderungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu begegnen. Der Regierungsrat lehnt die Volksinitiative ab»

Einheitskasse: Schuldenschwein statt Sparschwein
Monsieur Santé freut sich über alle Lichtblicke, die helfen, unser hervorragendes Gesundheitssystem vor unüberlegten Experimenten mit ungeahnten Folgen zu bewahren. Die Einsicht wird reifen, dass staatliche Monopole wie die Einheitskasse oder die Einheitskasse light (Gegenvorschlag) träge, teuer und innovationshemmend sind: Teurer, weil die Anreize zum Sparen sowie zur Kostenkontrolle fehlen. Die Einheitskasse würde über kurz oder lang wie die IV dastehen: Also mit Milliardenschulden, weil schwarze Zahlen nicht überlebenswichtig sind bzw. weil Staatsmonopole de facto nicht bankrott gehen können. Die Dummen wären die Prämienzahler, die beim Staatsmonopol zwangsversichert wären.

Alles spricht gegen ein abenteuerliches Einheitskassen-Experiment: In Staaten wie Schweden, Dänemark, Englang und Kanada ist die Behandlungsqualität vielfach miserabel. Die Versicherten sind Bittsteller statt Kunden und die Wartefristen für Behandlungen sind horrend. Oft sind die Staatsmonopole überschuldet, was zu Leistungsabbau und Rationierung führt.

Monsieur Santé ist
Gregor Patorski

Ich arbeite als Denktanker & Wortwirker bei santésuisse im Bereich Web 1.0 & Web 2.0. 

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