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Dr. rer. pol. Andreas Schiesser Medikamentenpreise steigen trotz Sparmassnahmen weiter an – Bittere Pillen (1)

Die Preise von Medikamenten sind, wie wir wissen, reglementiert. Der Grund: Im Gegensatz zu Konsumgütern hat ein Patient keine wirkliche Flexibilität zu wählen, weil er schwerlich auf die notwendigen Medikamente verzichten kann. Aus diesem Grund haben wir bei hohen Preisen kaum eine verminderte Nachfrage. Erster Teil der Artikelserie «Bittere Pillen» unseres Medikamentenspezialisten. Weil der Wettbewerb …

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Auslandspreisvergleich MedikamenteDie Preise von Medikamenten sind, wie wir wissen, reglementiert. Der Grund: Im Gegensatz zu Konsumgütern hat ein Patient keine wirkliche Flexibilität zu wählen, weil er schwerlich auf die notwendigen Medikamente verzichten kann. Aus diesem Grund haben wir bei hohen Preisen kaum eine verminderte Nachfrage. Erster Teil der Artikelserie «Bittere Pillen» unseres Medikamentenspezialisten.

Weil der Wettbewerb bei Medikamenten also gar nicht spielen kann, regelt in den meisten Ländern der Staat die Preise. Grundlage dafür bilden gesetzliche Regeln. Neben der Frage, ob die Höhe der Preise gerechtfertigt ist, stellt sich auch die Frage der Preisentwicklung. santésuisse vergleicht zur Beantwortung der ersten Frage die Preise auf dem Niveau der Fabrikabgabepreise mit dem Ausland. Dieser Vergleich wurde am 12. Februar 2013 anlässlich einer Medienkonferenz publiziert.

Trotz Sparmassnahmen steigen die Preise
Hier möchten wir nun die Preisentwicklung zeigen. Berechnet wurde jeweils im Januar eines Jahres der durchschnittliche Preis einer Medikamentenpackung auf der Spezialitätenliste. Die Spezialitätenliste führt alle von der Grundversicherung zu vergütenden Medikamente auf. Sie wird vom Bundesamt für Gesundheit erstellt, das über die Preishöhe und die Aufnahme in die Kassenpflicht entscheidet.
13-02-2013 Steigende Medikamentenpreise

Die Grafik zeigt, dass die Preise trotz verfügter Preisreduktionen zunehmen. Auch die vom Bundesamt im November 2012 bei rund einem Drittel der Medikamente verfügte Preissenkung führt lediglich zu einer Dämpfung des Wachstums. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich immer noch eine Zunahme von 0.7%.

Weitere Anstrengungen und vor allem eine konsequente Umsetzung des gesetzlich vorgegeben Rahmens sind notwendig um die Kostensteigerungen zu dämpfen und die Wirtschaflichkeit der Leistungen sicherzustellen.

In weiteren Blogbeiträgen werde ich die Preisentwicklung bei Untergruppen von Medikamenten darstellen wie z.B. bei neueingeführten Packungen oder im patentabgelaufenen Bereich bei Originalpräparaten und Generika.

Monsieur Santé ist
Dr. rer. pol. Andreas Schiesser

Sammler, Jäger und Gärtner im Gesundheitswesen seit  29 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen. Projektleiter Medikamente bei santésuisse im Bereich der Grundlagen und Tarifstrukturen. Familienvater, Jogger.

Man findet mich auch auf XING und LinkedIn.