Monsieur Santé

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Laetitia Amey Gesundheits-Grafiken von Monsieur Santé (3): Verwaltungskosten sind keine Prämientreiber

Die Krankenversicherungen arbeiten täglich daran, die Verwaltungskosten tief zu halten und dies mit Erfolg! Gemessen an den Gesamtkosten sind die Verwaltungskosten seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1996 stetig gesunken. Mit ca. 95 Prozent der Prämieneinnahmen in der Grundversicherung bezahlen die Krankenversicherer medizinische Leistungen, ca. 5 Prozent brauchen sie für die eigene Arbeit (Verwaltungskosten …

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Die Krankenversicherungen arbeiten täglich daran, die Verwaltungskosten tief zu halten und dies mit Erfolg! Gemessen an den Gesamtkosten sind die Verwaltungskosten seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1996 stetig gesunken.

Mit ca. 95 Prozent der Prämieneinnahmen in der Grundversicherung bezahlen die Krankenversicherer medizinische Leistungen, ca. 5 Prozent brauchen sie für die eigene Arbeit (Verwaltungskosten inkl. Abschreibungen).

Die Grafik (Index 1996 = 100) zeigt, dass die Prämien kontinuierlich gestiegen sind. Für Erwachsene (26 Jahre und älter) sind die Prämien im Jahr 2012 mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 1996.


Ein Gegentrend ist bei den Verwaltungskosten zu beobachten. Die Verwaltungskosten (inkl. Abschreibungen) gemessen an den Gesamtkosten lagen 2000 bei 6.1%, 2011 sind sie auf 5.4% gesunken. Bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahr 1996 betrugen die Verwaltungskosten (gemessen an den Gesamtkosten) noch 8.2%. Die Verwaltungskosten sind, gemessen an den Gesamtkosten, von 1996 bis 2011 um insgesamt um 34% gesunken. Verwaltungskosten lassen sich jedoch nicht beliebig nach null senken, auch mit der Einführung der Einheitskasse würde dies nicht gelingen.

Prämien = Kosten
Die steigenden Prämien sind Abbild der steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Die Verwaltungskosten können nicht als Begründung für den jährlichen Prämienanstieg herangezogen werden. Krankenversicherungen haben zum Ziel, den Automatisierungsgrad in der Verarbeitung von beispielsweise Rechnungen möglichst zu erhöhen, um die Verwaltungskosten tief zu halten. Trotzdem soll die gute Qualität bei den Rechnungskontrollen gewährleistet bleiben.

Es gibt unterschiedliche Annahmen für die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Gemäss einer Mehrjahres-Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) sind es vor allem ambulante Behandlungen sowie Medikamente, welche zu höheren Kosten im Gesundheitswesen führen. Desweiteren führt eine sogenannte angebotsinduzierte Nachfrage zu steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Das heisst beispielsweise, wenn die Anzahl Ärzte in einem Gebiet zunimmt, automatisch mehr Leistungen bezogen werden, obwohl die Bevölkerung per se nicht kränker geworden ist. Weitere Kostentreiber sind die Alterung der Gesellschaft, der Fortschritt in der Medizin und in der Technik.

Einen gewissen Einfluss auf die Prämienpolitik geht auch von der durch den Bund mitbestimmten Reservenhaltung der Krankenversicherer aus. Dieser Umstand zeigt sich in den Jahren 2006 bis 2007, als die Bundesräte Dreifuss und Couchepin den Abbau von Reserven zu Gunsten eines geringeren Prämienanstiegs vorgeschriebe hatten.

Link zur «Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2010» des BAG.

Teil 1 dieser Blog-Serie.

Teil 2 dieser Blog-Serie.

Madame Santé ist
Laetitia Amey

Ich bin seit Juni 2012 für santésuisse im Ressort Projekte und Grundlagen tätig. Bereits während der Ausübung meines ersten Berufes als Pflegefachfrau interessierten mich die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Diese Begeisterung wurde durch meine Tätigkeit bei einer Krankenversicherung grösser. Nun habe ich bei santésuisse die Möglichkeit, mich mit den Ursachen der hohen Kosten zu beschäftigen.