Monsieur Santé

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Silvia Schütz Das Zittern des Fälschers (4/4): Ohrenstäbchen auf Rezept

In unserer Sommerserie gibt Monsieur Santé Einblick in die Rechnungskontrolle bei den Krankenversicherern. Jedes Jahr entlastet diese die Prämienzahlenden um rund 1 Milliarde Franken. Im letzten Teil unserer Artikelserie kommen wir einem Ohrstäbchen-Komplott auf die Schliche. Nicht nur die Versicherten betrügen – manchmal spannen auch Leistungserbringer und Versicherte zusammen. Beispiel: Ein Arzt in der Schweiz stellt …

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In unserer Sommerserie gibt Monsieur Santé Einblick in die Rechnungskontrolle bei den Krankenversicherern. Jedes Jahr entlastet diese die Prämienzahlenden um rund 1 Milliarde Franken. Im letzten Teil unserer Artikelserie kommen wir einem Ohrstäbchen-Komplott auf die Schliche.

Nicht nur die Versicherten betrügen – manchmal spannen auch Leistungserbringer und Versicherte zusammen. Beispiel: Ein Arzt in der Schweiz stellt Rezepte für Medikamente aus, mit denen die Versicherten in einer bestimmten Apotheke alles, was sie wollen, kaufen können, bis der Betrag auf dem Rezept aufgebraucht ist. Das Rezept wird zum Blankoscheck. Unfreiwillig und unwissentlich zahlte die Groupe Mutuel in diesem Fall von Babynahrung über Ohrstäbchen bis hin zu Sonnencrème und Pinzetten die verschiedensten Artikel aus den Regalen besagter Apotheke. Verrechnet wurden die Einkäufe stets unter denselben rezeptpflichtigen Medikamenten. Die Betrüger flogen auf, weil die Anhäufung der immer selben Verschreibung die Kontrolleure am Hauptsitz der Groupe Mutuel auf den Plan rief. Sie deckten die Machenschaften auf.

Durch den technologischen Fortschritt erreicht man in der Rechnungskontrolle immer mehr Effizienz «Zum Glück», kommentiert Alain Théodoloz, «sind dabei die Betrugsfälle äusserst selten.» Vielmehr unterlaufen Leistungserbringern unbeabsichtigte Fehler, wenn sie Rechnungen stellen. Mehr als 95 Prozent der von der Groupe Mutuel beanstandeten Rechnungen sind nicht mit Absicht falsch gestellt worden.

Dies ist ein Auszug aus dem gleichnamigen Artikel der im Branchenmagazin infosantésuisse erschienen ist.

Madame Santé ist
Silvia Schütz

Ich bin Projektleiterin Kommunikation bei santésuisse für die Deutschschweiz.

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