Monsieur Santé

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Dr. rer. pol. Andreas Schiesser Die Medikamentenkosten erhöhen sich laufend!

Laufende Erhöhung der Medikamentenpreise! Die Durschnittspreise von neueingeführten Packungen haben sich pro Dekade seit den 80er Jahren mehr als verdoppelt! Herr Schlumpf von interpharma schreibt in einem Artikel am 4. Mai in der Tageswoche: „Irrtum Nummer 2: Medikamente werden in der Schweiz immer teurer. Seit 2005 sind die Arzneimittelpreise in der Schweiz um 20% gesunken…“ …

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Wir beobachten pro neueingeführte Packung steigende Kosten - 80er Jahre 38 Franken - letzte drei Jahre 207 Franken

Laufende Erhöhung der Medikamentenpreise! Die Durschnittspreise von neueingeführten Packungen haben sich pro Dekade seit den 80er Jahren mehr als verdoppelt!

Herr Schlumpf von interpharma schreibt in einem Artikel am 4. Mai in der Tageswoche: „Irrtum Nummer 2: Medikamente werden in der Schweiz immer teurer. Seit 2005 sind die Arzneimittelpreise in der Schweiz um 20% gesunken…“

Sind die Preise tatsächlich gesunken? Herr Schlumpf kann es leider nicht belegen…

Der durchschnittliche Publikumspreis einer Medikamentenpackung auf der Liste, der durch die Krankenversicherung zu vergütenden Medikamente, beträgt Ende 2005 117 Franken. Sechs Jahre später also Ende 2011 liegt dieser Preis bei 151 Franken. Der durchschnittliche Preis hat sich in diesem Zeitraum um rund 29% erhöht. Der Landesindex der Konsumentenpreise hat in dieser Zeit lediglich um 4.1 % zugenommen. Diese Zahlen lassen sich im Gegensatz zu der Darstellung von interpharma  mit der vom BAG publizierten Spezialitätenliste verifizieren.

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Preise für neueingeführte Packungen sich laufend erhöhen. Lag der Durchschnittspreis für eine neu eingeführte Packung in den 80er Jahren bei 38 Franken so liegt er in den letzten drei Jahren im Schnitt bei 207 Franken. Die Grafik illustriert die laufende Erhöhung.

Diese Zahlen rufen nach weiteren Erklärungen. Wie ist es möglich, dass die Preise für neu eingeführte Packungen sich derart erhöhen? Gründe kann es viele geben. Die Fakten zeigen klar, dass unsere Wirtschaftlichkeitskriterien – der Auslandpreisvergleich wie auch der therapeutische Quervergleich zu wenig griffig sind und die Pharmaindustrie mit ihren hochpreisigen Anträgen beim Bundesamt für Gesundheitswesen durchkommt.

Wir können uns also zu recht fragen, ob der Fortschritt mit den neuen Medikamenten in den letzten zehn Jahren auch in diesem Ausmass zugenommen hat und ob bei mehr Wettbewerb oder besserer Regulierung nicht auch Innovation zu gleichen Preisen möglich wäre wie z.B. in der Auto- oder der Computerindustrie.

Monsieur Santé ist
Dr. rer. pol. Andreas Schiesser

Sammler, Jäger und Gärtner im Gesundheitswesen seit  29 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen. Projektleiter Medikamente bei santésuisse im Bereich der Grundlagen und Tarifstrukturen. Familienvater, Jogger.

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