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Silvia Schütz Wie berechnen die Krankenkassen eigentlich die Prämien?

Die Krankenversicherer mussten bis 31. Juli des laufenden Jahres beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ihre Vorschläge für die Prämien der Grundversicherung für das Folgejahr einreichen. Die Prämien 2014 wurden aufgrund von geschätzten Kosten kalkuliert, denn die tatsächlichen Kosten werden erst im Jahr 2015 bekannt sein. Dieses Verfahren zwingt die Versicherer, Prognosen zu machen. Um die …

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praemienberechnungDie Krankenversicherer mussten bis 31. Juli des laufenden Jahres beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ihre Vorschläge für die Prämien der Grundversicherung für das Folgejahr einreichen. Die Prämien 2014 wurden aufgrund von geschätzten Kosten kalkuliert, denn die tatsächlichen Kosten werden erst im Jahr 2015 bekannt sein. Dieses Verfahren zwingt die Versicherer, Prognosen zu machen.

Um die Kosten zu schätzen, zieht der Versicherer folgende Daten heran: die Betriebsergebnisse des Vorjahres (2012) und die Entwicklung der Kosten in den ersten Monaten des laufenden Jahres (2013). Auf dieser Basis wird die Finanzlage des Krankenversicherers zum Jahresende prognostiziert. Zur Erinnerung: Die Einnahmen sollten die Ausgaben eines Geschäftsjahrs decken. In anderen Worten: Mit den Prämien 2014 müssen die Kosten dieses Jahres bezahlt werden. Bei der Schätzung der Kosten werden noch weitere Faktoren berücksichtigt, wie Tarif-Änderungen für medizinische Leistungen, neue Gesetze, Aufnahme von neuen Leistungen in den Leistungskatalog, Änderung der Vergütungsteiler, die seit Einführung der neuen Spitalfinanzierung regeln, welchen Anteil einer stationären Spitalbehandlung der Kanton und welchen Anteil der Versicherer zahlt. Auch die erwartete Fluktuation der Versicherten spielt bei der Schätzung eine Rolle. Der Versicherer kann so für den Kostenanstieg eine wahrscheinliche Spannweite bestimmen; seit Jahren bewegt sie sich zwischen drei und fünf Prozent. Der lange Zeitraum zwischen der Kalkulation der Prämien und dem Vorliegen der tatsächlichen Betriebsergebnisse ist der Grund für die komplexen Berechnungen. Die Komplexität erklärt, weshalb sich Ergebnisse je nach Schätzung und Berechnung unterscheiden können.

Reserven sind für die Versicherten
Grundsätzlich sind zwei Szenarien denkbar: Falls die Prämien zu hoch kalkuliert wurden und sich im Verhältnis zu den Kosten Überschüsse ergeben, werden sie den Reserven zugewiesen und bei der Prämienkalkulationim Folgejahr mitberücksichtigt. In jedem Fall kommen diese Beträge systematisch den Versicherten zugute und gehen keinesfalls an Dritte. Sie bleiben im System. Falls es zu Fehlbeträgen kommt, gleichen die Reserven die temporären Defizite aus und sorgen dafür, dass die Rechnungen der Leistungserbringer weiter bezahlt werden können.

Mehr dazu weiss Monsieur Santé in seinem Erklärvideo zur Prämienhöhe.

Madame Santé ist
Silvia Schütz

Ich bin Projektleiterin Kommunikation bei santésuisse für die Deutschschweiz und Chefredaktorin des Branchenmagazins infosantésuisse.

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