Monsieur Santé

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Laetitia Amey Teure Dreiecksbeziehung: Die Krux mit dem Gesundheitsmarkt

Madame Santé macht sich Gedanken, weshalb der Gesundheitsmarkt eine teure Ménage-à-trois ist und die Regeln eines normalen Marktes nicht mehr greifen. Die Entkoppelung von medizinischem Nutzen und dem dafür bezahlten Preis spielt hier eine entscheidende Rolle. In einem normalen Markt habe ich ein Bedürfnis, welches ich durch den Kauf eines Gutes, von welchem ich mir einen …

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DreiecksbeziehungGesundheitsmarktMadame Santé macht sich Gedanken, weshalb der Gesundheitsmarkt eine teure Ménage-à-trois ist und die Regeln eines normalen Marktes nicht mehr greifen. Die Entkoppelung von medizinischem Nutzen und dem dafür bezahlten Preis spielt hier eine entscheidende Rolle.

In einem normalen Markt habe ich ein Bedürfnis, welches ich durch den Kauf eines Gutes, von welchem ich mir einen Nutzen erhoffe, versuche zu befriedigen. Wenn mir beispielsweise mein Haarschnitt nicht mehr gefällt (Bedürfnis), gehe ich zum Coiffeur, um mir die Haare schneiden zu lassen (erwarteter Nutzen). Für diese Dienstleistung (ein Gut), bin ich je nach Befriedigungserfüllung bereit, einen gewissen Preis zu zahlen.

Auf einem normalen Markt kann man davon ausgehen, dass wenn Güter verkauft werden, der Nutzen für den Käufer grösser ist als der verlangte Preis. Wenn aus Sicht der Konsumenten der Preis den Nutzen übersteigt, werden die Güter nicht mehr gekauft.

Untenstehende vereinfachte Abbildung zeigt einen normalen Markt:

Normalmarkt

Im Gesundheitswesen ist die Situation komplexer, weil die Konsumenten nicht direkt die Güter zahlen, sondern indirekt über die Krankenversicherungsprämie. Es besteht hier eine Dreiecksbeziehung (siehe Titel-Abbildung). Es wird ersichtlich, dass der Nutzen der Güter nicht mehr direkt mit dem Preis gekoppelt ist, ausser über die Franchise und den Selbstbehalt. Ist jedoch die Franchise und der Selbstbehalt aufgebraucht, so ist die Entkoppelung vollständig. Je höher der Preis eines Gesundheitsgutes ist, desto weniger spielt der Preis für den Konsumenten eine Rolle, weil Franchise und Selbstbehalt unabhängig vom Preis immer gleich bleiben. Dies führt dazu, dass der Nutzen mit dem Preis kaum verglichen wird. Der Preis wird für die Konsumenten im Moment der Entscheidung, ob der Nutzen, welcher aus dem Gut gezogen wird, grösser oder kleiner ist als der Preis, irrelevant. Dies hat zur Folge, dass die Konsumenten von Gesundheitsgütern wenig Gefühl dafür entwickeln, was Gesundheitsgütern überhaupt kosten.

Eine mögliche Lösung wäre, die Konsumenten von Gesundheitsgütern jeweils auf den Preis hinzuweisen und dass jede konsumierte Leistung im Gesundheitswesen einen Einfluss auf die Prämien hat. Jedoch ist aus Sicht eines einzelnen Konsumenten der Prämienanstieg einer bezogenen Leistung so gering, dass diese keinen Einfluss auf die Entscheidung hat.

Madame Santé ist
Laetitia Amey

Ich bin seit Juni 2012 für santésuisse im Ressort Projekte und Grundlagen tätig. Bereits während der Ausübung meines ersten Berufes als Pflegefachfrau interessierten mich die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Diese Begeisterung wurde durch meine Tätigkeit bei einer Krankenversicherung grösser. Nun habe ich bei santésuisse die Möglichkeit, mich mit den Ursachen der hohen Kosten zu beschäftigen.