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Daniel Habegger Prämien-Grossregionen sind Zwangssubventionen

In der politischen Debatte um «zu wenig oder zu viel bezahlte Prämien» schlägt der Carlo Conti, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren-Konferenz in der Samstagsrundschau von Radio SRF1 die Schaffung von drei Grossregionen mit je gleichen Prämien vor. Dieser Vorschlag würde die Bevölkerung in sparsamen Kantonen noch stärker zur Kasse bitten. Der Vorschlag des GDK-Präsidenten Carlo Conti (Gesundheitdirektor Basel-Stadt) in …

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rotes HeftpflasterIn der politischen Debatte um «zu wenig oder zu viel bezahlte Prämien» schlägt der Carlo Conti, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren-Konferenz in der Samstagsrundschau von Radio SRF1 die Schaffung von drei Grossregionen mit je gleichen Prämien vor. Dieser Vorschlag würde die Bevölkerung in sparsamen Kantonen noch stärker zur Kasse bitten.

Der Vorschlag des GDK-Präsidenten Carlo Conti (Gesundheitdirektor Basel-Stadt) in der letzten Samstagsrundschau ist kontraproduktiv. Der von ihm kritisierten Quersubventionierung zwischen Kantonen würde damit in weit grösserem Ausmass Vorschub geleistet als je zuvor: Kantone mit tiefen Kosten, deren Bevölkerung einen sparsamen Umgang mit dem Gesundheitssystem pflegt, müssten in viel höherem Ausmass als je zuvor die «teuren Kantone», oft mit vielen Überkapazitäten im ambulanten und stationären Bereich, zwangssubventionieren.

Teure Spitalinfrastruktur auf sparsame Kantone überwälzen?
Ein grosses Problem in der sozialen Grundversicherung ist der ungebremste Kostenanstieg in den spital-ambulanten Abteilungen (durchschnittlich +5,8% pro Jahr 1998 – 2010 ), welche durch die Kantone «gesteuert» werden. Die Verschiebung vieler Behandlungen von stationär zu ambulant verkleinert gleichzeitig auch den Anteil, den die Kantone an die Kosten der obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) und damit an die Prämien leisten. Durch die schweizweit unkoordinierte Aufrüstung der ambulanten Spitalabteilungen in vielen Kantonen müssen die Versicherten immer mehr Prämien bezahlen: Jetzt in den teuren Kantonen, bei Prämien-Grossregionen dann auch in den sparsamen, oft kleineren und ländlichen Kantonen. Der Vorschlag geht also in die falsche Richtung, wenn man bezahlbare Krankenkassenprämien und möglichst keine Quersubventionierungen will. Prämien-Grossregionen würden falsche Anreize schaffen und können nicht im Interesse der Versicherten und der sparsamen Kantone sein.

2010: Nettokosten pro versicherte Person zu laufenden Preisen (Bericht 53 des Gesundheitsobservatoriums Obsan)

Rang 1 BS 3’494 Fr.
Rang 2 GE 3’458 Fr.
Rang 3 TI 3’062 Fr.
Rang 9 ZH 2’656 Fr.
Rang 23 AR 2’174 Fr.
Rang 26 AI 1767 Fr.

 

Monsieur Santé ist
Daniel Habegger

Ich bin bei santésuisse im Bereich Public Affairs tätig.

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